Lörrach Vier Geschäfte schließen

Lörrach - In der Lörracher Innenstadt schließen vier Geschäfte – zwei in der Turmstraße und zwei in der Passage der Galerie Am Alten Markt. Seit Beginn des Teil-Shutdown Anfang November sind die Umsätze des innerstädtischen Einzelhandels dramatisch eingebrochen.

Nach 17 Jahren schließt das Modehaus Diehl mit dem „Trendhouse“ und dem „S.Oliver-Store“ zwei seiner drei Filialen in der Galerie Am Alten Markt. Zu diesem Schritt hat sich Inhaber Volker Diehl entschlossen, nachdem der Mietvertrag mit dem Eigentümer der Galerie, dem Luxemburger Immobilienfonds „Highstreet“, ausläuft und die neuen Mietkonditionen nicht akzeptabel waren. „Die Forderungen sind weit weg von der Realität“, bedauert Diehl.

Die Corona-Pandemie habe bei dieser Entscheidung nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Bedeutsamer sind für Diehl neben den „wirtschaftlich nicht mehr darstellbaren Mietforderungen“ längerfristige Tendenzen: „Wir haben schon in den vergangenen Jahren gespürt, dass die Frequenz in der Innenstadt rückläufig ist, während sich die Kosten erhöht haben.“

Zwei Gründe macht Diehl für diesen Trend verantwortlich. Zum einen sei der Online-Handel unverkennbar auf dem Vormarsch, weil es für die Kunden bequem sei, vom Sofa aus zu shoppen – besonders in Pandemie-Zeiten. Zum anderen werde der Zugang zur Innenstadt dem Individualverkehr immer mehr erschwert. Hier nennt Diehl wegfallende Parkplätze und immer höhere Parkgebühren. Dennoch bescheinigt er der Innenstadt von Lörrach nach wie vor eine vergleichsweise hohe Attraktivität.

In der Lörracher Innenstadt wird das Modeunternehmen Diehl trotz der beiden Schließungen nach wie vor eine bedeutende Rolle spielen. Diehl konzentriert sich künftig auf sein Hauptgeschäft am Senser Platz, drei Markengeschäfte (Stores) in Lörrach und eines in Weil am Rhein.

In der Galerie Am Alten Markt werden nach dem Ausverkauf (bis Mitte Januar) gut 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche frei. Volker Diehl ist überzeugt, dass es hier künftig kein Modegeschäft mehr geben wird, zumindest kein inhabergeführtes lokales Geschäft. Nach uns vorliegenden Informationen soll es bereits einen Nachmieter in der Galerie geben. Bestätigt wurde das jedoch noch nicht.

Diehl befürchtet, dass nicht nur in Lörrach, sondern in vielen Innenstädten in den kommenden Jahren immer mehr lokale Läden schließen werden und hauptsächlich Filialen großer Ketten übrig bleiben werden. Dadurch werden nach seiner Einschätzung „die Innenstädte immer uniformer und austauschbarer“. Die Individualität, die den Reiz einer Einkaufsstadt ausmache, gehe verloren.

Obwohl der Einzelhandel während des derzeitigen Teil-Shutdown im Gegensatz zum Frühjahr seine Geschäfte offen halten darf, ist der Umsatz laut Diehl massiv eingebrochen: „Unsere Umsätze sind um 50 bis 60 Prozent zurückgegangen“. Das aber sei voraussehbar gewesen. „Wenn die Gastronomie in der Innenstadt geschlossen hat, dann fehlt die Kundenfrequenz.“

Deutlich wird dies auch beim Blick in die Innenstadt. Die übliche Betriebsamkeit in der Fußgängerzone hat deutlich nachgelassen. Konsequenzen haben bereits einige Geschäfte gezogen. Sie haben vorübergehend geschlossen, obwohl sie ihre Türen geöffnet haben dürfen.

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