Lörrach Von der Ruhe in die Rage

Die Oberbadische
Die Ehepaare Annette und Armin Kaufmann (sitzend Bettina Menner und Martin Schade) sowie Veronika und Michael Schulze (Doris Specker und Paul Jürgens) belauern sich – noch. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Theater: „Der Gott des Gemetzels“: Premiere des Salzert-Brettli wurde mit viel Applaus aufgenommen

Das Salzert-Brettli hat sich in seiner Jubiläumsspielzeit für die Komödie „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza entschieden. Am Samstag stieg im Max-Josef-Metzger-Haus die umjubelte Premiere.

Lörrach. Vor 25 Jahren hatten einige theaterbegeisterte Menschen eine Laienspielgruppe gegründet, um das gerade fertiggestellte Max-Josef-Metzger-Haus auf dem Salzert mit Leben zu erfüllen. Jetzt kann die Truppe auf ein Vierteljahrhundert erfolgreiche Arbeit zurück blicken.

Die nun gespielte Komödie der Französin Yasmina Reza beruht angeblich auf wahren Begebenheiten. Reiz und Beklemmung der Handlung bestehen darin, dass sich (fast) jeder in den Dialogen wiederfinden kann.

Vor Beginn der Handlung haben zwei elfjährige Jungen einen Streit gehabt, bei dem Bruno Schulze zwei Zähne abgebrochen sind. Als Täter wurde Ferdinand Kaufmann ermittelt. Das Stück beginnt mit dem Treffen der Elternpaare. Zunächst friedlich wird die Sache besprochen. Viel hat man sich nicht zu sagen. Immer wieder stockt das Gespräch – doch rasch spitzt sich die Situation zu.

Die Geschichte wurde nach Lörrach verlegt und die Namen eingedeutscht. Veronika und Michael Schulze, dargestellt von Doris Specker und Paul Jürgens, sind die Eltern des „Opfers“. Annette und Armin Kaufmann, gespielt von Bettina Menner und Martin Schade, haben den „Täter“ als Sohn – wobei sich im Verlauf des Stückes die Eigenschaften von Täter und Opfer relativieren.

Erstmals führt Reni Lacher auf dem Salzert Regie. Die ersten 30 Minuten sind davon geprägt, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat. Doch dann kommen die vier Akteure richtig zur Sache. Und als im zweiten Teil mehrere Flaschen Rum geleert werden fallen verbal alle Hemmungen. Plötzlich gehen auch die Eheleute aufeinander los. Freund und Feind sind immer häufiger kaum noch zu entwirren. Stichworte wie „Klospülung“, „Pharmaindustrie“ oder „mit Absicht“ führen zu heftigem Streit. Reni Lacher lässt jetzt der Spielfreude der Darsteller freien Lauf.

Das gelungene Bühnenbild und die Lichttechnik wurde wieder von Günter Lörracher gebaut und eingerichtet. Volkskunst und ein Gemälde aus Afrika zieren die Wände. Augenscheinlich hat sich die Afrikaforscherin Veronika Schulze diese Kunstgegenstände von einem Besuch aus Afrika mitgebracht.

Traditionsgemäß werden die Einnahmen jeder Premiere für einen sozialen Zweck gespendet. Diesmal kommen die Einnahmen und der Inhalt der Spendenboxen dem Salzert-Treff für soziale Arbeit zu Gute. Oberbürgermeister Jörg Lutz nahm nach der Vorstellung auf der Bühne die Spendenzusage des Salzert-Brettli entgegen.

Ike Fischer vom SAK Salzert-Treff erläuterte, dass mit dem Geld Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden solle, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

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