Lörrach Von Dieben und Räubern

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  Foto: Irmi Schwörer-Zwerger

Interessiert lauschten die Zuhörer der Lesung des Inzlinger Autors Armin Zwerger. In seinem Roman geht es auch blutig zu.

Bei PlusPunktZeit in Lörrach hatte der Autor aus seinem neuen Roman „Basler Blutgericht“ gelesen. Dabei geht es um die spannende Geschichte einer Diebes- und Räuberbande im Dreiländereck.

Der Inzlinger Autor erzählt die Geschichte einer Bande zu Anfang des 19. Jahrhunderts, die mit der öffentlichen Hinrichtung von drei der Bandenmitglieder in Basel ein jähes Ende fand.

Intensive Recherchen

Bei der Einführung erinnerte Renate Riemensperger von PlusPunktZeit an die literarische Wanderung auf den Spuren des Buches „Basler Blutgericht“, die bereits im September stattfand. Auch wies sie auf Armin Zwergers intensive Recherchen hin, die notwendig waren, um die historische, politische und wirtschaftliche Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Dreiländereck – insbesondere in Basel – als Grundlage für seinen Roman verwenden zu können.

Als Romancier habe Zwerger allerdings die Möglichkeit, Lücken mit fiktiven Personen und Geschehnissen zu schließen. Geschichte wird damit anschaulich und erlebbar gemacht.

Damalige Hungersnöte

Zwerger ergänzte, dass aufgrund der damals schwierigen wirtschaftlichen Situation und der Hungersnöte manch einer der ärmeren Bevölkerung sich nicht anders zu helfen wusste, als durch Diebstähle und Raub über die Runden zu kommen. Die Folgen der Napoleonischen Kriege führten zu Verschiebungen der Machtverhältnisse und Unsicherheiten. Die Polizeikräfte waren zersplittert, schlecht ausgerüstet und mussten oft auf einen Zufall hoffen, um der Diebe und Räuber habhaft zu werden.

In ausgewählten Textpassagen führte Armin Zwerger direkt ins Geschehen. Dem Einbruch in ein Warenlager in Kleinbasel, dem das zahlreich erschienene Publikum gespannt lauschte, folgte eine Szene im Richthaus am Rhein, dem Sitz der Gendarmerie. Dabei erfuhr man, dass sich im Jahr 1813, nach dem Rückzug der französischen Truppen, Napoleons Gegner unaufhaltsam auf Basel zubewegten. Da die Schweizer Armee sich aus der Stadt zurückgezogen hatte, fürchtete man zurecht, dass sich diese Truppen, wie zuvor die französischen durch Requisitionen und Einquartierungen schadlos halten würden. Schutzlos blieben das mehrere und mindere Basel, wie damals Großbasel und Kleinbasel genannt wurden, den französischen, russischen und österreichischen Truppen ausgeliefert.

Lebendig und mit hintergründigem Witz nahm Zwerger das Publikum dann noch mit zu einem Diebstahl auf dem Fischmarkt in der großen Stadt und zu einem Überfall auf eine Postkutsche auf dem Weg von Basel nach Neuenburg (Neuchâtel).

Am Ende gelang es dem Autor, durch die Worte, die er seinen Figuren in den Mund legt, die Spannung nicht nur zu lösen, sondern die Zuhörer auch noch zum Schmunzeln zu bringen.

Armin Zwerger „Basler Blutgericht“ erschienen 2023 im Gmeiner Verlag, Meßkirch

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