Lörrach Vorsicht vor dem toten Winkel

Rolf Reißmann
Die Fünftklässler wurden für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert. Foto: Rolf Reißmann

Gefahren lauern auch auf dem Schulweg. Wie schwierig es für Lastkraftwagenfahrer ist, die Kleinen auf dem Fahrrad zu sehen, erfuhren Fünftklässler des HTG live. Für die Kids ein nachhaltiges Erlebnis.

Nein, der Lastwagen hatte gestern keine Lieferung ins Hans-Thoma-Gymnasium gebracht. Der LKW der alteingesessenen Lörracher Speditionsfirma Streck war aus ganz anderem Grund auf den Schulhof gefahren. Der Elternbeirat rund um Isabel Schlosser hatte nämlich eine ganz besondere Begegnung organisiert. Die 5. Klassen kamen nacheinander auf den Hof, um mit dem großen Auto mal so richtig auf Tuchfühlung zu gehen.

Auf dem Schulweg

Neue Perspektive

Fast alle Kinder fahren Rad, etliche von ihnen kommen damit auch zur Schule. Im dichten Stadtverkehr fahren oder stehen sie dabei auch mal neben einem Lastwagen. Dabei geht es stets darum, dass beide gut aneinander vorbeikommen. Die Unfallbilanz in Deutschland zeigt, dass dies leider nicht immer gut ausgeht. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Kinder einmal unmittelbar mit den Größenverhältnissen vertraut werden und sehen, was aus dem Lastwagen heraus erkennbar ist – und was nicht.

Einmal im Führerhaus sitzen Foto: Rolf Reißmann

Jedes Kind durfte einmal auf den Fahrersitz des Lasters klettern. Fünf Stufen sind bis nach oben aufzusteigen. Wer am Lenkrad saß, staunte, dass man die Mädchen und Jungen direkt vor dem Führerhaus und die dicht an der Seite stehenden gar nicht sehen konnte.

Nachhaltiges Erlebnis

Den sogenannten toten Winkel einmal direkt zu erleben war ein nachhaltiger Eindruck. „Dieses Erlebnis sollten sich die Kinder sehr gut merken“, sagte Isabel Schlosser. „Es geht nicht darum, ihnen Angst zu machen, aber die Größen- und Sichtverhältnisse müssen sie kennen und respektieren.“

Abstand halten

Shaban Kelmendi ist seit 30 Jahren Berufskraftfahrer und hatte zum Glück noch keinen Unfall. Für ihn war es ganz wichtig, den Kindern diese spezielle Erfahrung zu vermitteln. Abstand halten von zu großen Fahrzeugen war seine wichtigste Empfehlung. So sei es zum Beispiel an einer roten Verkehrsampel wichtig, unbedingt hinter einem größeren Fahrzeug stehen zu bleiben, statt sich an die Seite zu drängen und dort auf Grün zu warten. Ebenso sollten alle Fußgänger, auch Erwachsene, niemals unmittelbar vor einem Lastwagen die Fahrbahn überqueren; sie sind nämlich vom hohen Führerhaus aus nicht zu sehen.

Neue Lastwagen sind zwar mit einer Vielzahl von Kameras und Assistenzsystem ausgestattet, die bessere Umsicht ermöglichen. An diesem Fahrzeug sind drei Kameras angebracht. Die Bildschirme dafür befinden sich im Führerhaus .

Nicht überall Warnsysteme

Doch ältere Lastwagen verfügen über solche Warnsysteme nicht. Dort haben die Fahrer gerade an Kreuzungen viel zu tun, müssen erkennen, ob sich Personen im Gefährdungsbereich befinden. Noch komplizierter wird es bei Lastwagen mit Anhänger. Moderne Assistenzsysteme stellen sich dann automatisch auf die größere Länge um, doch ohne diese Hilfen wird es für die Fahrer noch schwieriger.

Initiative des Elternbeirats

Schulleiter Frank Braun lobte die Initiative des Elternbeirates, das sei wirkliche Lebenshilfe. Sein ausdrücklicher Dank galt auch der Firma Streck, die die wichtige Aktion ermöglichte. Erfreulicherweise seien nur selten Schüler des Hans-Thoma-Gymnasiums in Verkehrsunfälle verwickelt, obwohl ein Großteil von ihnen mit dem Rad zur Schule komme.

Lkw-Fahrer Shaban Kelmendi hatte sichtlich Freude daran, den Kindern die ganz besonderen Größenverhältnisse zu erklären. Er hatte sogar extra eine große Schale voller Bonbons ins Führerhaus gestellt.

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