Lörrach Wasserpreis soll um 16 Prozent steigen

Marco Fraune
Der Trinkwasserhochbehälter im Lörracher Wasserwerk im Grütt Foto: zVg

Die Bürger müssen sich in Lörrach auf deutliche Preissteigerungen durch die Stadt gefasst machen. Die Beschlussvorlagen für den Gemeinderat sehen Erhöhungen des Wasserpreises, der Abwassergebühren und auch des Schwimmbadbesuchs vor.

Von Marco Fraune

Lörrach. Die Wasser-Verbrauchsgebühr soll zum Jahresanfang von 1,85 auf 2,15 Euro pro Kubikmeter steigen. Dies entspricht einer Erhöhung von gut 16 Prozent. Der Betriebsausschuss Stadtwerke wird die Kalkulationen am Donnerstagabend beraten.

Als Begründung für den Preisaufschlag führt Stadtwerke-Betriebsleiter Wolfgang Droll in der Beschlussvorlage an, dass die Kosten für die Unterhaltung und Investitionen in das Trinkwassernetz perspektivisch weiter steigen. Die gebührenfähigen Kosten werden im Vergleich zum Jahr 2022 im nächsten Jahr mit rund 487 000 Euro höher liegen, so die Kalkulation. Droll: „Ein großer Teil dieser Mehraufwendungen sind durch die Energiekrise verursacht.“ Allein der Strom mache plus 258 000 Euro aus. Der Bauunterhalt liegt laut Plan zudem um 187 000 Euro höher.

Beim Blick voraus sind hohe Kosten schon absehbar: Größere Investitionen betreffen insbesondere den Hochbehälter Salzert und die Kaverne Schädelberg. Hier stehen in den kommenden drei Jahren umfassende Wasserkammersanierungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Millionen an. Im Wasserwerk Grütt soll eine UV-Anlage für 630 000 Euro errichtet werden – alles um die hohe Wasserqualität zu halten.

Gut vier Prozent teurer

Aufgrund der aktuell stark steigenden Kosten soll auch eine Gebührenerhöhung im Bereich der Abwasserbeseitigung erfolgen, dies sei „unvermeidlich“, so Mathias Eberhardt, kommissarischer Eigenbetriebsleiter. Die für 2023 und 2024 ermittelte Höhe der Schmutzwassergebühr liegt dann bei 1,66 Euro pro Kubikmeter, bisher waren es 1,59. Damit ergibt sich eine im Vergleich zum Frischwasser geringere Steigerung von 4,4 Prozent. Die noch vorhandenen Rückstellungen reichten nicht aus. Insbesondere die Umlagen an den Wieseverband fallen gegenüber der Vorjahreskalkulationsperiode um rund 614 000 Euro höher aus. Da sich diese Umlagen vollständig (mit rund 3,1 Millionen Euro) in der Schmutzwassergebühr niederschlagen, war eine Gebührenanpassung unausweichlich, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Bei den Niederschlagsgebühren bleibt es für die Jahre 2023 und 2024 bei 0,66 Euro pro Kubikmeter. Diese befanden sich laut Stadtwerke in den vergangenen Jahren schon „auf einem recht hohen Niveau“, weiß Mathias Eberhardt.

Bäder: Fünf statt vier Euro

Die Aufwendungen in den Bereichen Energie, Fremdleistungen und Personal sind auch in den Schwimmbädern Hallenbad und Parkschwimmbad „deutlich angestiegen“, erläutert Droll.

Seitens der Betriebsleitung wird eine Tariferhöhung über alle Ticketarten vorgeschlagen. Insbesondere die Erhöhung des Einzelticketpreises von vier auf fünf Euro werde dabei die Einnahmesituation verbessern. Seit 2006 gab es hier keinen Erhöhung.

Im Bereich der Saison- und Jahreskarten wird ebenfalls eine moderate Erhöhung empfohlen. Aufgrund der sozialen Komponente und der geringen Auswirkung (89 Nutzer pro Jahr) soll der Ticketpreis Saison Ein-Eltern Familie unverändert bleiben. Der Saunabesuch soll beim Einzeleintritt statt zwölf ab Jahresanfang dann 15 Euro kosten, die Dutzendkarte von 110 auf 150 Euro erhöht werden.

„Insbesondere die derzeitigen starken Kostensteigerungen im Energiebereich machen eine Erhöhung des Bädertarifs erforderlich, um zumindest einen Teil der Zusatzkosten zu erwirtschaften.“ Aufgrund der aktuellen Energiekrise rechnen die Stadtwerke allein für das nächste Jahr mit Kostensteigerungen von voraussichtlich 37 Prozent, womit 371 000 Euro anfallen. Auch die Personalkosten würden steigen, ergänzt der Eigenbetriebsleiter.

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