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Lörrach Weg mit den Kindersorgen

Gabriele Hauger
Fantasie ist gefragt: Alexandra Sieberer von direct help better future sucht auch über Plakate nach kreativen Kids. Foto: Gabriele Hauger

Die gemeinnützige Organisation direct help better future hilft Kindern. Es gibt mehr denn je zu tun. Nun wird nach einem Maskottchen gesucht.

Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebensumständen helfen: Viele würden das gerne tun – eine Frau tut es. Direkt, unkompliziert und mit enorm viel Tatendrang. Alexandra Sieberer gründete im November 2021 die gemeinnützige Organisation (dhbf): „Wir sind erfolgreich, es geht uns gut, da möchten wir etwas zurückgeben.“

Malwettbewerb

Aktuell hat sie einen Malwettbewerb für Kinder von sechs bis zwölf Jahren laufen (bis 31. März). Gesucht wird der Entwurf zu einem Sorgenfresser-Maskottchen für die Organisation. Den Siegern winken schöne Preise. Und der Gewinnerentwurf wird anschließend zum Leben erweckt: als Kuscheltier, vielleicht auch in Büchern oder Comics. Die Hintergrundgeschichte für das gesuchte Maskottchen lässt sich auf der Homepage nachlesen. „Das Monster geht nun von Kinder-Herz zu Kinder-Herz, verbreitet Hoffnung und Trost und erinnert alle Kinder daran, dass es, egal wie dunkel die Nacht sein mag, immer Menschen geben wird, die die Sorgen und Ängste verstehen und dabei helfen, sie zu überwinden“, ist darin zu lesen.

Bestens vernetzt

Schon vor der Gründung von dhbf war die Unternehmerfrau (Mc Donald’s Thomas Sieberer Familien Restaurant KG) „Charity-mäßig unterwegs“, wie sie erzählt. Dann, die Söhne waren aus dem Gröbsten raus, wollte sie ihren Herzenswunsch professionell institutionalisieren – und zwar langfristig. Dank ihrer Aufgeschlossenheit und ihrer guten Kontakte als Geschäftsfrau stieß sie überall auf offene Türen, sagt sie rückblickend.

Ihre Organisation finanziert sich ausschließlich über Spenden. Und ist auf enorm vielen Feldern unterwegs, im Landkreis Lörrach sowie in Freiburg. Von der inklusiven Fußballmannschaft beim FV Lörrach-Brombach, die im übrigen ihr Mann trainiert, über Musik- und Kunstpatenschaften bis zum Projekt HüpfSAK: Überall, wo sinnvolle Institutionen Unterstützung brauchen, versucht sie zu helfen.

Einzelfallhilfen

Eine besondere Lücke sieht Alexandra Sieberer bei den Einzelfallhilfen. „Wir möchten alle, die unter schwierigen Lebensumständen leiden, mit ins Boot nehmen.“ Geholfen wird dabei direkt in den Familien, oft in Kooperation mit ortsansässigen Firmen. Mancherorts sei der Bedarf erschütternd groß. „Da fehlen ganz grundlegende Dinge: ein Kinderbett, ein Schreibtisch, ein Schulranzen, eine Waschmaschine“, nennt Sieberer Beispiele.

Bewusst werde dann kein Geld in die Familien gegeben, sondern ganz konkret das Nötige unkompliziert beschafft. „Wichtig ist mir, dass die Familien nicht zu Bittstellern werden müssen.“

Spendenlauf im Mai

Gerne und erfolgreich arbeitet die Geschäftsführerin von dhbf, die die gesamte Organisation im Wesentlichen alleine wuppt, mit sozialen oder kulturellen Einrichtungen zusammen. Das reicht von Diakonie und Caritas, über Schulen und SAK bis zum Burghof oder KKF. Organisiert wird im Mai der mittlerweile dritte Spendenlauf. Mit einem Spendenrad sammelt sie auf dem Frühlingsfest, um nur einige Beispiele zu nennen.

Denn der Bedarf ist groß. Gerade durch Inflation und Kostensteigerung fielen viele Familien hinten runter. „Es geht um scheinbar ganz banale Dinge, die sich aber manche Eltern einfach nicht leisten können: ein Kinobesuch, eine Ferienfreizeit, ein Ausflug.“ Und es geht um richtig dramatische Fälle. Wie beispielsweise der einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern, eines davon behindert. Diese lebt in einer abgewohnten, verschimmelten Wohnung, traut sich aber nicht, sich beim Vermieter zu beklagen, aus Angst vor der Kündigung. Sieberer schickte einen Handwerkertrupp los. Dieser gab entsetzte Rückmeldung: Eigentlich sei die Wohnung unbewohnbar.

Dramatische Fälle

Solche Fälle gehen auch Alexandra Sieberer schwer an die Nieren. „Manchmal muss man das Elend dann auch ausblenden können und sich aufs Handeln fokussieren.“ Sie findet: „Bei uns könnten sich mehr Menschen sozial engagierten.“ In anderen Ländern wie beispielsweise den USA sei das viel selbstverständlicher.

Ihr selbst gibt der Einsatz enorm viel zurück, auch wenn er einen zeitaufwendigen Fulltime-Job bedeutet. Sie hat indes volle Rückendeckung durch ihre Familie. „Mein Mann als studierter Sonderpädagoge hatte schon immer ein Faible für soziales Engagement“, erzählt sie.

Täglich bekommt sie Anfragen oder Hilfegesuche auf den Tisch, arbeitet diese akribisch durch, handelt bei Bedarf möglichst schnell und direkt. Damit so manche Kindersorge ganz schnell weggefressen werden kann.

www.dhbf.de

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