Lörrach Weihnachtscircus: Maßarbeit vom Kostüm bis zum Licht

Adrian Steineck
Das Zelt der Zirkusfamilie Frank präsentiert sich in diesem Jahr mit 34 Metern Durchmesser größer als bisher. Am 21. Dezember findet die Premiere statt. Foto: Adrian Steineck

Der Weihnachtscircus auf dem Festplatz im Grütt öffnet wieder seine Pforten. Das Zelt steht schon. Die ersten Artisten treffen in den kommenden Tagen ein.

Emsiges Treiben herrscht derzeit auf dem Festplatz im Grütt: Kostüme werden genäht, Kabel verlegt, Lichter installiert. Ab dem 21. Dezember heißt es dann wieder: Manege frei für den Lörracher Weihnachtscircus.

Verzögerung wird aufgeholt

„Es wird spannend“, sagt Zirkussprecherin Sandra Frank im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn die äußeren Umstände, sprich der Wintereinbruch, machen auch vor dem Weihnachtscircus, der sich als Hommage an die britischen Ursprünge der Zirkuswelt mit C schreibt, nicht Halt: Die Anlieferung des Hauptzeltes, das aus München kommt, hat sich um drei Tage verzögert. Seit dem 1. Dezember läuft der Aufbau, das in diesem Jahr nochmals größere Hauptzelt steht bereits.

Die Zirkusfamilie Frank richtet seit 23 Jahren den Weihnachtscircus auf dem Festplatz im Grütt aus. Dementsprechend greift beim Aufbau ein Rädchen ins andere, die zehn Helfer gehen konzentriert, aber gelassen ans Werk. „Unsere Jungs haben die ersten Tage durchgearbeitet, um die Verzögerung aufzuholen“, windet Frank den fleißigen Helfern ein Kränzlein.

Die technischen Daten können sich sehen lassen: Für die insgesamt drei Zelte werden 1500 Meter Stromkabel verlegt. Für die aktuelle Spielzeit, die vom 21. Dezember bis zum 7. Januar dauert, werden 12 000 Liter Heizöl gebraucht, damit kein Zuschauer frieren muss. Allein zwei Tage dauert es, um den Boden im Bereich des Foyerzelts zu verlegen und zu verschrauben. Das Zelt ist mit 34 Metern Durchmesser in diesem Jahr nochmals größer als mit 28 Metern in der Vergangenheit.

Ausgeklügelte Lichtregie

Die wahre Seele des Weihnachtscircus’ aber liegt im Inneren des Zeltes. Die internationalen Künstler und Artisten, die in diesem Jahr auftreten, werden ab dem 13. Dezember nach und nach eintreffen. Die Proben sollen am 15. Dezember beginnen, wobei erst ab dem 19. Dezember alle Teilnehmer da sein werden. Allzu viel will Sandra Frank noch nicht verraten, was das Programm angeht. Aber das Spektrum werde von der Pferde-Comedy über die Trampolin-Akrobatik bis hin zur Artistik auf der Leiter und Clownerie reichen.

Damit die Darbietungen in der Manege im rechten Licht erscheinen, hat die Lichtregie bis zur Premiere alle Hände voll zu tun. Jeder der Scheinwerfer kann einzeln via Laptop gesteuert werden. Wichtig ist vor allem, dass zu keinem Zeitpunkt das Publikum oder die Künstler geblendet werden. „Das braucht einiges an Vorbereitung und Fingerspitzengefühl“, sagt Frank. Etwa zwei bis drei Stunden brauche die Lichttechnik für jede einzelne Nummer, bis alles sitze. „In einem Zelt ist die Situation mit Scheinwerfern eine andere als in einer Halle“, legt die Zirkussprecherin dar.

Sandra Frank selbst ist derzeit mit dem Anfertigen der Kostüme für das vierköpfige Showballett beschäftigt. Wie viele Stunden Arbeit in einem Kostüm stecken, mag sie nicht beziffern. Etwa sechs Wochen dauert es vom Entwurf bis zum fertigen Kostüm. wobei Frank meist nur während der Abendstunden zum Nähen kommt.

Ukrainisches Showballett

Das Showballett kommt in diesem Jahr aus der Ukraine, hält sich aber bereits seit längerer Zeit in Deutschland auf, sagt die Zirkussprecherin mit Blick auf die dortige Kriegssituation. Die Zirkusfamilie Frank wird in diesem Jahr anders als noch 2022 nicht selbst in der Manege auftreten. „Eine meiner Töchter ist Mutter geworden“, freut sich Sandra Frank. Das heißt aber auch, dass einige Hände fehlen, sodass die Familienmitglieder hinter den Kulissen etwa im Popcornverkauf gebraucht werden.

Beim Publikum beobachtet Sandra Frank bereits eine große Vorfreude auf den Weihnachtscircus. „Schon am ersten Tag, an dem wir die Kasse geöffnet hatten, standen die Zuschauer schon lange vorher an, und es war toll, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.“ Auch bei der Zirkusfamilie Frank wächst die Vorfreude. „Wir lieben das, was wir tun, und leben für den Circus“, sagt sie.

Hinter dem „25. Türchen im Adventskalender“, wie viele Stammbesucher den Weihnachtscircus bezeichnen, soll sich auch in diesem Jahr wieder einiges für die Zuschauer verbergen.

Tickets und Parkplätze

Der Lörracher Weihnachtscircus gastiert vom 21. Dezember bis zum 7. Januar 2024 auf dem Festplatz im Grütt, Beim Haagensteg. Karten gibt es an den Zirkuskassen täglich von 10 bis 11 Uhr und jeweils 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn, unter Tel. 0163 45 50 424, unter www.reservix.de und in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

Es wird darum gebeten, dass Besucher die öffentlichen Verkehrsmittel (S-Bahnhaltestelle Haagen/Messe) nutzen. Geparkt werden kann auf den Parkplätzen beim Zirkuszelt.

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