Lörrach Wohnen ist im Wandel

Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Die Bürgergruppe „WohnWandel“ hat am Samstag zum zweiten Symposium mit dem Thema „Gemeinschaftliches Wohnen“ eingeladen. Diesmal wolle man allen, die gemeinschaftliche Wohnprojekte planen, Wissen rund um Rechtsformen und Finanzierung vermitteln, sagte Initiatorin und Architektin Kerstin Müller.

Von Regine Ounas-Kräusel

Lörrach. Die Initiative WohnWandel, die zur Lörracher Bürgerplattform „FairNetzt“ zählt, beschäftigt sich seit drei Jahren mit alternativen Wohnformen, etwa mit Mehrgenerationenwohnen. In der Region Lörrach interessieren sich offensichtlich eine Menge Menschen für diese Themen. Der Saal des Nellie Nashorn war am Samstag voll besetzt.

FairNetzt und WohnWandel wollen auf einer Internetplattform Menschen zusammen bringen, die gemeinsam bauen und wohnen wollen. Die Interessenten können dort Fragen zu ihren Vorstellungen zum Thema beantworten. Rund 40 Antworten von rund 100 Interessenten seien bisher eingegangen, berichtete Hartmut Schäfer von FairNetzt. Viele dieser Menschen interessierten sich für Mehrgenerationenwohnen (64 Prozent), individuelles Wohnen kombiniert mit Gemeinschaftsräumen und Garten, sowie eine gemeinsame Finanzierung (82 Prozent). Rund die Hälfte würde, wenn der Öffentliche Nahverkehr gut ist, auch auf’s Land ziehen. Melanie Penninggers aus Grenzach-Wyhlen erzählte zum Beispiel, sie und ihr Mann wollten aus dem eigenen Haus in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt ziehen, wenn ihre Kinder eines Tages ausziehen.

Fabric: Bürgergruppe will gemeinschaftliches Wohnprojekt umsetzen

Auf dem Fabric-Gelände der Schöpflinstiftung in Brombach will die Bürgergruppe „Die Brombeere“ ein gemeinschaftliches Wohnprojekt umsetzen. Dies berichtete der künstlerische Leiter von Fabric, Christoph Schäfer. Die Schöpflin Stiftung will ihr Gelände beim Brombacher Bahnhof bekanntlich bebauen und entwickeln und dabei Ideen, die Bürger bei einer Wunschproduktion einbrachten, einbeziehen. Jeweils 30 Prozent des Geländes solle für Quartiersprojekte, wie offene Werkstätten oder ein Café, für Bildung und für Wohnen genutzt werden, sagte Schäfer. Vorgesehen sind auch Büros der Stiftung. Baugruppen, die gemeinschaftliche Wohnprojekte planen, sollen Gelände in Erbpacht erhalten. Das betrachte sie als große Chance, sagte Simome Häfele von der Gruppe „Brombeere“, zu der mehrere Familien gehören. Auch die Gemeinde Binzen bietet alternativen Wohnprojekten auf ihrem Baugebiet „Kandergrund“ Flächen an.

Fünf Referenten aus der Schweiz und aus Freiburg berichteten, was bei der Gründung von Wohnprojekten zu beachten ist. Sie erklärten Gesellschaftsformen wie das selbstverwaltete „Mietshäusersyndikat“ und die Genossenschaft.

Kleine Wohnprojekte sollten sich lieber einer Dachgenossenschaft anschließen, da die Gründung sehr aufwändig sei, empfahl Burghard Flieger vom Beratungsnetzwerk Innova. Mit Gesprächs- und Fragerunden klang das Symposium aus.

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