Lörrach Wohnungsbau mit Hindernissen

Foto: Kristoff Meller      Foto: Die Oberbadische

Von Guido Neidinger

Lörrach braucht Wohnungen, viele Wohnungen, denn Lörrach wächst weiter. In Zahlen heißt das: Bis 2025 müssen nach und nach 2500 Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Einfach wird das nicht. Auch mit Protesten von Anwohnern ist zu rechnen. Das wurde bereits gestern Abend im Gemeinderat deutlich.

Lörrach. Nachdem der Wohnungsbau in Lörrach über Jahre hinweg vor sich hin dümpelte, hat Oberbürgermeister Jörg Lutz das Thema jetzt ganz oben auf der Agenda stehen. Auch wenn es nicht möglich sein wird, bis 2025 die 2500 notwendigen Wohnungen zu schaffen, so hatte Mario Flammann gestern Abend trotzdem gute Nachrichten für den Gemeinderat im Gepäck. Eine lautet: Es gibt genügend Flächen für die notwendigen Wohnungen. Flammann hat im Auftrag der Stadt ein Potenzialmodell für den Wohnungsbau mit einer Perspektive bis ins Jahr 2030 entwickelt.

Insgesamt 40 Flächen und neun Schwerpunkte sind darin aufgeführt. Trotz des Drucks auf dem Wohnungsmarkt empfiehlt der Experte dem Gemeinderat „einen sorgfältigen Umgang mit den Flächen“ sowohl im Innenbereich als auch an den Siedlungsrändern.

Weiterhin empfiehlt Flammann, im ersten Schritt drei Standorte zu entwickeln, den Bühl in Brombach mit 260 Wohnungen, den Salzert mit 350 und die Innenstadt mit 230 Wohnungen. Die 230 innerstädtischen Wohnungen sollen laut Jörg Lutz auf dem Gelände der früheren Weberei Conrad (MMZ) und auf dem Postareal entstehen. Was die Pläne auf dem Salzert angeht, so wurde nach dem Vortrag des Referenten bereits erster Unmut und Protest laut. Zwei langjährige Anwohner sehen durch die angedachten weiteren Hochhäuser im Bereich der Finnenbahn die Struktur des Salzert in vielerlei Hinsicht in Gefahr. Lutz versuchte zu beschwichtigen. Hier handele es sich nur um Gedanken, die er allerdings vor Wochen selbst ins Spiel gebracht hatte. Auch hohe Hürden seien im Landschaftsschutzgebiet zu nehmen, so Lutz.

Neben Salzert, Bühl und Innenstadt listet das Potenzialmodell weitere sechs Schwerpunkte für die Bebauung auf: Stadteingang Teichstraße, Stadteingang Tumringer Straße, Nordstadt, Lerchengrund/Brombacher Straße, Stetten und Neumatt.

Zu dem vorgestellten Modell äußerte sich der Gemeinderat nicht konkret. Das komplexe Werk aus Daten, Fakten und Möglichkeiten muss laut Ulrich Heuer (CDU) zunächst intensiv in den Fraktionen diskutiert werden.

Hubert Bernnat (SPD) riet dazu, sich nicht allein auf den Salzert und den Bühl bei der Wohnraumentwicklung zu verlassen. Auch Bauprojekte in der Innenstadt müssten vorangetrieben werden. Überrascht zeigte sich Margarete Kurfeß (Grüne), dass immerhin 1300 bis 1400 Wohnungen in der Innenstadt möglich sein sollen. Matthias Lindemer (Freie Wähler) beklagte immer mehr Vorschriften und Auflagen. Diese führten zu unnötigen Verzögerungen bei Genehmigungen. Christiane Cyperrek (SPD) verwies bei aller Notwendigkeit zur Verdichtung darauf, dass „Dichte nicht bedrohlich werden darf, sondern angenehm erlebbar sein muss“.

Einig sind sich alle Fraktionen darin, dass zügig gebaut werden muss. „Das erwartet die Bevölkerung von uns“, betonte Margarete Kurfeß.

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