Lörrach Ziel: Olympische Spiele in Paris

Adrian Steineck
Der BMX-Athelt und mehrfache deutsche Meister Chris Böhm zeigte beim Milka Schokofest einige seiner Tricks und bot einen Workshop für Kinder an. Foto: Adrian Steineck

Lörrach - Wer mit Chris Böhm spricht, der bekommt schnell den Eindruck, dass da einer brennt für das, was er tut. Die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus, er beugt sich zu seinem Gegenüber und versucht, es mit seiner Begeisterung anzustecken. „Ich war sofort infiziert, als ich das zum ersten Mal im Fernsehen gesehen habe“, sagt der 35-Jährige. „Das“ steht in diesem Fall für den BMX-Sport. Chris Böhm ist damit weltweit unterwegs und hat mehrere Weltrekorde und Meistertitel errungen.

Beim Milka Schokofest am vergangenen Samstag in Lörrach trat Böhm selbst mit seinen Tricks auf dem BMX-Fahrrad auf. Außerdem bot er einen Workshop für Kinder und Jugendliche an. „Es ist schön, wenn man die Menschen mit seiner Leidenschaft anstecken kann“, sagt Böhm. Dass ihm dies offenbar wieder gelungen war, zeigte die Begeisterung der Workshop-Teilnehmer.

Überhaupt liegen Chris Böhm junge Leute am Herzen. Der gelernte Kinderkrankenpfleger hat sich auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisiert und bietet am St. Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach einmal in der Woche therapeutisches BMX-Training an. „Zu den Teilnehmern gehören etwa Kinder, die ein Jahr lang nur noch vor dem Computer gesessen haben und nicht mehr in die Schule gegangen sind, oder solche, welche die Diagnose ADHS haben“, schildert er seine Erfahrungen. Diesen Kindern zu zeigen, wie man sich fit hält und dass man etwas erreichen kann, wenn man an einer Sache dranbleibt, das ist Chris Böhm ein Herzensanliegen. Er selbst hat diese Erfahrung gemacht. „Als ich mit dem BMX-Fahren angefangen habe, war ich bereits nach einem Jahr deutscher Vizemeister bei den Amateuren“, erinnert er sich. Schon mit 14 Jahren ist er mit seiner Sportart viel gereist. „Man geht anders an eine Sache ran, wenn man etwas von der Welt gesehen hat“, ist der 35-Jährige überzeugt.

Flatland-Künstler

BMX ist die Abkürzung für „Bicycle Motocross“. Chris Böhms Disziplin nennt sich Flatland, bei der Kunststücke mit dem Fahrrad auf dem flachen Boden ausgeführt werden. Im Gegensatz dazu gibt es auch BMX-Spielarten, die auf Rampen ausgeübt werden. Generell bezeichnet Böhm BMX als die „vielleicht schwerste Radsportart.“ Der Grund liegt in der Vielfalt: „Beim Kunstradfahren gibt es eine bestimmte Anzahl von Tricks, aber beim BMX-Fahren gibt es Millionen von Variationen.“ Aus diesem Grund trainiert Böhm täglich, vor Wettbewerben und Meisterschaften auch oft vier bis fünf Stunden.

An etwa 120 Veranstaltungen im Jahr ist der Radsportler und Vater einer zweijährigen Tochter vertreten, unter anderem trat er bereits bei der Zirkusgala „Salto Sociale“ im Rahmen der Aktion Leser helfen Not leidenden Menschen des Verlagshauses Jaumann auf. Auch ein Weltrekord, bei dem er auf dem Fahrrad die Schweizer Bobbahn heruntergefahren ist, gehört zu seinen Erfolgen. Zugleich fördert Böhm junge Talente und vermittelt ihnen, dass man auch ein Entertainer sein muss. „Ohne gezieltes Entertainment zwischendurch kann der tollste BMX-Auftritt langweilig werden“, sagt er.

Eines seiner Ziele sind die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Dort wird die Disziplin Flatland erstmals olympisch – das BMX-Fahren auf der Rampe ist bereits bei Olympia 2020 vertreten. „Es ist wichtig, den BMX-Nachwuchs zu fördern, damit wir international konkurrenzfähig bleiben.“

Wer Chris Böhm etwa wegen Tipps und Tricks anfragen will, kann dies via Instagram tun.

www.newscoolflatland.de

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