Lörrach Zwei Schüler positiv getestet

, aktualisiert am 20.09.2020 - 13:19 Uhr
Am Hans-Thoma-Gymnasium gibt es zwei Corona-Fälle. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - „Liebe Eltern, liebe Schüler, liebe Kollegen, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir am Hans-Thoma-Gymnasium (HTG) zwei Schüler mit einem positiven Corona-Testergebnis haben.“ Per E-Mail informierte Schulleiter Frank Braun am Sonntag die knapp 1200 Schüler beziehungsweise deren Eltern und das Kollegium.

Als Folge wird nun ab dem heutigen Montag die komplette Jahrgangsstufe 12 mit 128 Schülern digital von zu Hause beschult, weil 78 von ihnen einen engeren Kontakt zu den Infizierten hatten und sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen. „Ein Präsenzunterricht für die übrigen Mitschüler macht keinen Sinn“, erklärte Braun im Gespräch mit unserer Zeitung.

Digitaler Unterricht

Ebenfalls betroffen ist eine weitere Klasse – die des anderen positiv Getesteten – sowie zwölf Lehrkräfte, die direkten Kontakt zu dem Geschwisterpaar hatten, wie Braun auf Anfrage erklärte. Die betroffenen Lehrer müssen nun ihre Klassen ebenfalls digital von zu Hause beschulen. Sie werden dazu Sitzungen außerhalb der Unterrichtszeiten mit den Schülern vereinbaren. Lediglich für die Zwölftklässler sei es gelungen, den digitalen Unterricht „nach dem Stundenplan abzubilden“, sagte Braun.

Bei Corona-Fällen im schulischen Kontext gibt es laut Braun klare Vorgaben des Gesundheitsamts: „Wer länger als 15 Minuten Kontakt zu den positiv Getesteten hatte, muss für 14 Tage in Quarantäne.“ Sollte eine Kontaktperson anschließend selbst positiv getestet werden, verringere sich die Quarantäne auf zehn Tage, bei einem negativen Test bleibe es aufgrund der möglichen Inkubationszeit bei 14 Tagen. „Diese Logik erschließt sich nicht jedem“, so Braun.

Schulleitung unterstützt Gesundheitsamt

Die beiden Schüler waren am Donnerstag vom Gesundheitsamt getestet worden, nachdem beim Vater bereits ein positiver Test vorlag, so Braun. Am Samstag erhielt er dann die Nachricht über das positive Ergebnis der Jugendlichen und informierte am Sonntag im Auftrag des Gesundheitsamtes alle Schüler, Eltern und Lehrer: „Der normale Weg wäre, dass das Gesundheitsamt Kontakt mit den Betroffenen aufnimmt, aber sie haben momentan nicht die Kapazität dafür und über unsere Verteiler geht es ohnehin schneller, darum unterstützen wir das Gesundheitsamt in ihrer Arbeit“, erläuterte Braun.

Grundsätzlich sei es aber so, dass die Schule über die zu treffenden Maßnahmen lediglich vom Gesundheitsamt informiert und angewiesen werde. „Ein eigenmächtiges Handeln der Schule ist in diesem Fall nicht erlaubt“, teilte der Schulleiter auch den Eltern und Lehrern schriftlich mit.

Sowohl der Vater als auch die beiden Schüler sind laut Braun nur leicht erkrankt. Genauere Angaben machte er aus Datenschutzgründen nicht.

Braun sieht Schule „gut gewappnet“

Für alle nicht betroffenen Klassen findet der Unterricht nach Plan statt. Allerdings könne es durch die hohe Anzahl an abwesenden Lehrkräften zu einem späteren Unterrichtsbeginn oder einem früheren Unterrichtsende kommen.

Braun sieht das HTG indes wesentlich besser aufgestellt, als noch im März, als die Schule wegen eines positiven Befunds plötzlich komplett geschlossen werden musste. „Wir rechnen damit, dass so etwas immer wieder vorkommen wird und haben einige Szenarien ausgearbeitet.“ Er bezeichnete die Schule als „gut gewappnet“, um schnell reagieren zu können. Denn die digitale Beschulung laufe inzwischen reibungslos. Braun: „Die Lehrplattform steht, Kollegen und Schüler sind vorbereitet und ausgerüstet.“

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