Lörracher Versorgung Immer mehr Wasserrohrbrüche: Millionensumme erforderlich

Marco Fraune
Damit das Trinkwasser aus dem Hahn sprudeln kann müssen die Leitungen in Schuss sein. Foto: Kristoff Meller

Mit der Netzrehabilitationsstrategie soll die Wasserversorgung in Lörrach langfristig gesichert werden. Zuletzt gab es vermehrt Löcher in den Leitungen und Wasserverluste.

Immer mehr Rohrbrüche haben im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass 450 000 Kubikmeter Trinkwasser verloren gegangen sind – insgesamt 14 Prozent der Gesamtmenge. Die 62 Rohrbrüche bedeuteten zugleich einen sprunghaften Anstieg bei der Wasserverlustmenge, die im Jahr zuvor noch bei gut 300 000 Kubikmeter lag. Im Rahmen der Netz-Reha-Strategie wollen Stadtwerke und Badenova Netze das Problem angehen.

Konkret werden Maßnahmen priorisiert, Maßnahmenplanungen für die nächsten fünf bis zehn Jahre ermöglicht, die Grundlage für Wirtschaftsplanung geschaffen und eine schnelle Bewertung bei koordinierten Anfragen ist enthalten, wie Sophia Heiny von Badenova Netze im Betriebsausschuss erläuterte.

Zu viele alte Leitungen

Auf der Gesamtnetzlänge von 367 Kilometern im Stadtgebiet Lörrach befinden sich aktuell Trinkwasserleitungen, deren Verlegjahr bis ins Jahr 1895 zurückreicht, das mittlere Alter liegt bei 41 Jahren – wobei bei 43 Prozent der Leitungen das Baujahr nicht bekannt ist. Die Nutzungsdauer einer Trinkwasserleitung liege zudem nach Regelwerk nur bei 40 Jahren. 37,69 Kilometer liegen laut der Auswertung aber schon über dieser technischen Nutzungsdauer. Damit verbunden ist ein Sanierungsbedarf von 16 Millionen Euro, wurde dem Ausschuss der Handlungsbedarf vor Augen geführt. Auch, dass zuletzt deutlich zu wenig in den Bestand investiert wurde. Würde so weiter verfahren, so die Expertin, beliefe sich der Erneuerungsstau bis zum Jahr 2043 auf 57 Millionen Euro.

Sanierungsstau verringern

Als Gesamtziel geben die Stadtwerke Lörrach daher aus, dass alle 100 Jahre das Trinkwassernetz sukzessive einmal komplett erneuert wird. „Um in Zukunft die Versorgung verbessert sicherstellen und den Erneuerungsstau reduzieren zu können, wird ein Budgetansatz von zwei Millionen Euro jährlich für die Erneuerung des Trinkwassernetzes empfohlen“, erklärte Heiny. 4,4 Kilometer lassen sich so jährlich erneuern, der Erneuerungsstau sinke bis 2043 auf 26 Millionen Euro.

„Geschockt“

„Wir müssen schneller und mehr investieren“, erkennt SPD-Rätin Christiane Cyperrek. Das zeige der hohe Wasserverlust, der sie „geschockt“ hat. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic ist ebenso klar: „Wir sind bei den Investitionen hinten dran, doch wir wollen Tempo aufnehmen.“ Ob dies auch Kosten für die Bürger mit sich bringt? „Es kann sein, dass der Wasserpreis noch leicht angehoben werden muss“, erklärte Stadtwerke-Chef Wolfgang Droll.

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