Malsburg-Marzell Jetzt Ideen für den „Maien“ gefragt

Natanael Rostek (rechts) empfing am Samstag als neuer Eigentümer Interessierte vor dem Gasthaus „Maien“ in Vogelbach. Hier ist er mit Niels und Manja zu sehen. Foto: Alexandra Günzschel Foto: Weiler Zeitung

Wenn auch in kleinen Schritten: In das Genossenschaftsprojekt „Maien“, das vor zwei Jahren erstmals angestoßen wurde, kommt Bewegung. Das Wirtshaus in Vogelbach soll zunächst mit Hilfe Freiwilliger wiederbelebt werden. Die neuen Eigentümer aus Schliengen haben erste Mitstreiter gefunden. Jetzt sind Ideen, Engagement und vor allem ein Konzept gefragt.

Von Alexandra Günzschel

Malsburg-Marzell . „Ohne Ehrenamtliche geht es nicht“, sagen die Eigentümer. Denn Vogelbach liegt abgeschieden im oberen Kandertal und ist nur über schmale, kurvige Straßen zu erreichen. Da kann es passieren, dass abends vielleicht mal ein, zwei Besucher aus dem Dorf kommen. Festes Personal wird sich dafür kaum lohnen.

Ehrenamtliches Projekt

Die Geschwister, die das Gasthaus gekauft haben, wollen deshalb auch eher auf ein Mittagsangebot für Wanderer oder Fahrradfahrer setzen. Letztere waren am Wochenende reichlich unterwegs. Der Weg nach Vogelbach und weiter zur Sausenburg ist aufgrund seiner Steigung für ambitionierte Radfahrer interessant.

Die Eigentümer haben sich vor dem Kauf bei den Initiatoren des genossenschaftlich organisierten Dorfladens in Britzingen informiert. „Wir wurden dort sehr ermutigt“, sagen sie. Das Projekt müsse nun ehrenamtlich anlaufen, bevor festes Personal eingestellt werden kann. Perspektivisch könnten im Obergeschoss Gästezimmer für Wanderer entstehen, so eine Idee.

Kontakt aufgenommen haben die Geschwister zu den Initiatoren des Projekts „Genossen als Wirte“, das nach vielversprechenden Versammlungen vor zwei Jahren im Sand verlief. Immerhin: Die sieben Personen, die ihre finanzielle oder tatkräftige Unterstützung bisher zugesagt haben, waren größtenteils schon damals dabei. So wie Irene Müller aus Kandern, die am Samstag vorbeischaute. „Wenn die Vogelbacher das wünschen, werde ich sie bei diesem Projekt unterstützen“, erklärte sie. Es war ihr erster Besuch in Vogelbach. „Es ist recht malerisch hier“, stellte sie beim Rundumblick fest.

Mehr Hilfe benötigt

Die sieben Freiwilligen sind ein Anfang, reichen aber in der momentanen Situation nicht aus. Die neuen Eigentümer brauchen jetzt vor allem fachlich versierte Hilfe für die Vorarbeiten: Personen, die sich mit Bilanzrechnung, dem Gründen einer Genossenschaft oder auch mit Fördertöpfen auskennen. Gerade für das Wiederbeleben von Gaststätten auf dem Land müsse es eigentlich Zuschüsse geben, meinen die beiden. Grundsätzlich Unterstützung zugesagt hat auch die Gemeinde Malsburg-Marzell, sobald ein konkretes Konzept vorliegt.

Ort der Begegnung

Die neuen Eigentümer bedauern, dass sie derzeit keine Bürgerversammlungen einberufen können. „Wir wollen machen, was die Leute wollen“, sagen sie. Gerne würden sie das Gasthaus der Allgemeinheit zur Verfügung stellen – als Ort der Begegnung. Auch tageweise Kooperationen mit Vereinen oder Initiativen können sie sich vorstellen. Schade finden sie es, dass sich bisher noch keine Helfer aus Vogelbach gefunden haben. Dabei sei die Begeisterung spürbar gewesen, als sie sich dort als potenzielle Käufer vorstellten.

  Weitere Informationen:

vogelbach@posteo.de

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