Malsburg-Marzell Mehr als 600 Arbeitsstunden für Offenhaltung

Rolf-Dieter Kanmacher
Sehr aktiv: Vorsitzender Florian Lindemer Foto: Rolf-Dieter Kanmacher

Der Weide- und Landschaftspflegeverband Marzell schaut zurück und blickt mit Sorgen voraus.

Der Weide- und Landschaftspflegeverband Marzell gehört zusammen zu den wichtigsten Landschaftspflegern im Tal. Allein im Bereich der Offenhaltung sind mehr als 600 Arbeitsstunden seitens der Mitglieder geleistet worden.

Bei der Hauptversammlung am Samstag im Haus der Blasmusik ernteten Verband und Vorsitzender Florian Lindemer viel Lob für die geleistete Arbeit. „Ohne Euch und Euren Einsatz wäre das Tal ein anderes“, betonte Bürgermeister Mario Singer.

Durchaus positiv fielen die Rückblicke des Vorsitzenden und von Schriftführer Gerold Kiefer auf die zurückliegende Weidesaison 2023 aus. Es gab trotz regenarmer Monate immer ausreichend Futter für die Weidetiere auf den vier Verbandsweiden. Auf drei von ihnen steht vorrangig Gastvieh. 2023 waren es 41 Tiere, eine Weide betreibt der einheimische Landwirt und zweite Verbandsvorsitzende Dirk Kilchling.

Am 13. Mai war das Vieh auf die Weiden gekommen, insgesamt 161 Tage blieb es in der Natur. Auf die Ermittlung der Gewichtszunahmen und damit das Wiegen der Tiere beim Abtrieb hatten die Landwirte mit Blick auf das Tierwohl verzichtet. Im Bereich Hürrnen wurde eine besondere Enthurstungsaktion durchgeführt. Ein Familienausflug einschließlich Fahrt auf der „Sauschwänzlebahn“ diente dem kameradschaftlichen Miteinander.

Gesunde Finanzen

Trotz großer Ausgaben für Weidematerial und anderes in Höhe von über 19 000 Euro konnte Kassenverwalter Roland Gerspacher auf eine solide finanzielle Basis verweisen – dies nicht zuletzt dank landwirtschaftlicher Fördermittel in Höhe von rund 20 000 Euro. Auch bleibt dem Verband nach einer Prüfung der Status der Gemeinnützigkeit erhalten. Die Kassenprüfer Martin Hering und Peter Roser bescheinigten Gerspacher beste Arbeit, der Entlastung durch Bürgermeister Mario Singer stand somit nichts im Wege. Zum neuen Kassenprüfer wurde Gunnar Striegler gewählt.

Beklagt wurde in der abschließenden Aussprache von den Landwirten die ihrer Meinung viel zu große Bürokratie, was auch an Beispielen belegt wurde.

Frust über die Politik

Nicht der Verein selbst, sondern dessen Mitglieder nahmen auch an Aktionen im politischen Raum teil. So wurde auf dem Marzeller „Galgenbuck“ im Herbst ein Mahnfeuer entzündet – auch um ein Zeichen gegen die Bedrohung von Weidetieren durch Wolfsrudel zu setzen. Auch die Protestaktion gegen die Steuerpolitik vor wenigen Tagen in Marzell unter dem Motto „Was zviel isch, isch zviel!“ wurde wesentlich von Weideverbandsmitgliedern getragen.

Für den harmonischen Abschluss einer ohnehin harmonischen Versammlung sorgte „Verbandskoch“ Mario Schurek mit einem Nachtessen.

Kontakt: Florian Lindemer, Oberdorf 18, Malsburg-Marzell

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