Malsburg-Marzell Meierskopfquelle wird saniert

Die Meierskopfquelle, die für die Wasserversorgung in Malsburg-Marzell wichtig ist, droht zu versiegenSymbolfoto: sba Foto: Weiler Zeitung

Die Meierskopfquelle in Malsburg-Marzell zählte bisher zu den ergiebigsten der insgesamt 42 Quellen, die für die Wasserversorgung in der Berggemeinde genutzt werden. Aufgrund von Wurzeln droht sie aber mittelfristig zu versiegen, wie Wassermeister Bernd Wehrle in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichtete. Daher soll sie saniert werden.

Von Adrian Steineck

Malsburg-Marzell. Es stehe zu befürchten, dass die Meiers­kopfquelle abgängig sei, legte Wehrle dar. Dies habe in der Regel drei Gründe: „Entweder versiegt eine Quelle, sie versickert oder sie verlagert sich“, erläuterte der Wassermeister. An der Meierskopfquelle habe sich an den Stellen der jüngsten Messungen nur noch ein Drittel der sonst üblichen Wassermenge ergeben. Das liegt zumindest teilweise auch an der Trockenheit der vergangenen Wochen. So hätten sich insgesamt bei vielen Quellen im oberen Bereich von Marzell in den vorherigen sechs Wochen eine geringere Schüttung nachweisen lassen, sagte Wehrle.

Bei einer Handgrabung durch die Fachfirma Frank aus Schliengen habe sich herausgestellt, dass die Meiers­kopfquelle 1 im Bereich der Feldfassung sehr stark verwurzelt ist. Dies behindert die Schüttung der Quelle. Die Wurzeln waren in die Leitung des Quellbereichs eingewachsen, schilderte Wehrle den Sachverhalt. Das Wurzelwerk sehe aus wie ein Fuchsschwanz und heißt im Fachjargon der Wassermeister auch so.

Die Firma habe den Quellbereich frei gelegt und laut Wehrle einen rund 15 Meter langen Fuchsschwanz herausgezogen: „Im Bereich des Deckels der Brunnenstube war auch viel verwachsen.“ Bei den notwendig werdenden Quellsanierungsarbeiten, für die der Wassermeister ebenfalls die Firma Frank empfahl, soll unter anderem der Schotter im Quellbereich ausgehoben und neu verfüllt werden. Zudem wird die Quelle wieder mit einer Betonplatte abgedeckt.

Wassermangel ist schon länger ein Thema

Bürgermeister Mario Singer erinnerte daran, dass das Problem des Wassermangels Malsburg-Marzell seit dem „Jahrhundertsommer“ 2003 und insbesondere seit den beiden Trockenjahren 2017 und 2018 beschäftigt. Es sei „wichtig, die Quellen genau zu beobachten und bei Problemen tätig zu werden“, sagte Singer. Der Bürgermeister ging auch auf die Kosten für die anstehenden Arbeiten ein. Diese hätten bisher 2300 Euro netto gekostet, ein Kostenvoranschlag seitens der Firma Frank für die weiteren Arbeiten ergibt, dass insgesamt brutto Kosten von gut 14 000 Euro anstehen, sagte Singer. Würde man hier nichts tun, werde die Quelle wohl versiegen. Bisher hat sie 1,6 bis 1,8 Kubikmeter Wasser pro Stunde geschüttet.

Mehrere Gemeinderäte stellten fest, dass die Quellschüttungen in Malsburg-Marzell generell zurückgehen. Da man das Wasser dringend brauche, müsse man auch die außerplanmäßige Ausgabe in Kauf nehmen, waren sie sich einig. Bürgermeister Singer vermutete, dass man künftig nicht an weiteren Sanierungen vorbei komme, und plädierte dafür, der Firma Frank den Auftrag für die Arbeiten zu erteilen. Gemeinderätin Ulrike Richter bemängelte, dass ihr keine Beschlussvorlage vorlag. „Ich möchte nicht über etwas abstimmen, was ich nicht schriftlich habe“, sagte sie. Ihr Ratskollege Karlheinz Beyerle merkte aber an, dass man hier nicht warten dürfe – „das Thema Wasser brennt uns unter den Nägeln“, stellte er fest. Singer formulierte daraufhin einen Beschlussvorschlag. Mit einer Enthaltung stimmte der Rat dem zu.

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