Malsburg-Marzell Windpark soll in regionale Hände

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Auf Flächen der Forst BW am Blauen könnte ein Windpark entstehen. Das Interesse ist groß. Foto: sba/Christian Charisius

Seit mehr als zehn Jahren will die Genossenschaft Bürgerwindrad Blauen den guten Windstandort auf dem Berg für die Stromerzeugung nutzen. Ende Oktober keimte wieder Hoffnung auf. Die Forst BW hat eine 200 Hektar große Fläche auf den Gemarkungen Malsburg-Marzell und Schliengen zur Verpachtung ausgeschrieben. Eine regionale Bietergemeinschaft will sich nun um den Zuschlag bemühen.

Malsburg-Marzell/Schliengen (wz/ag). Um bessere Chancen im Bieterwettstreit zu haben, hat sich die Bürgerwindrad Blauen zusammen mit den Genossenschaften EWS Elektrizitätswerke Schönau und BEGS Bürger-Energie Südbaden mit Sitz in Müllheim beworben. „Damit haben wir eine Verankerung in der Bevölkerung rund um den Blauen, wie sie kein anderer Bieter aufbringen kann“, betont Peter Schalajda vom Bürgerwindrad-Vorstand. „Wir bieten ein Maximum an Bürgerbeteiligung, auch wirtschaftlich, und ermöglichen eine hohe Akzeptanz des Windparks in der Region.“ Dazu komme die maximale regionale Wertschöpfung, da mit den Genossenschaften, im Gegensatz zu einem überregionalen Investor, die Erträge aus dem Windstrom in der Region bleiben, wirbt Schalajda für die neu gegründete Bietergemeinschaft BwBlauen.

Die Bewerbung haben er und seine Frau zum Abgabetermin am Mittwoch übrigens persönlich bei der Forst BW in Tübingen-Bebenhausen vorbeigebracht. „Wir haben acht Unterschriften von allen Vorstandsmitgliedern gebraucht. Da wurde die Zeit knapp“, erklärt der engagierte Genossenschaftler.

Von Seiten der betroffenen Gemeinden erwartet Schalajda keinen Widerstand. „Wir stehen schon lange in Kontakt.“ Per Brief seien beide Kommunen nun ausführlich über die Pläne und die Bewerbung informiert worden.

Der größere Teil der ausgewiesenen Fläche liegt auf Malsburg-Marzeller Gemarkung. In einer der jüngsten Gemeinderatssitzungen der Berggemeinde war grundsätzliche Zustimmung für das Projekt zu erkennen.

Mitbewerber aus ganz Deutschland

Siegesgewiss sind die drei Genossenschaften dennoch nicht. „Wir erwarten ein Hauen und Stechen“, sagt Schalajda, der von anderen finanzkräftigeren Bewerbern aus ganz Deutschland weiß. „Wir müssen mit dem Geld der Genossenschaftler sorgsam umgehen. Wenn etwas schiefgeht, bedeutet das für uns das Aus“, betont er.

Punkten könne man mit einer hohen Akzeptanz vor Ort und einer guten Vernetzung innerhalb der lokalen Bevölkerung. Mit der EWS Schönau habe man zudem einen Partner mit im Boot, der bereits Windräder im Schwarzwald betreibt.

Letztlich sei es eine politische Entscheidung, meint Schalajda. Es gehe darum, wie viel die Bürgerbeteiligung der Landesregierung wert sei. Erhalte dagegen ein Bewerber den Zuschlag, der nicht aus der Region kommt, werde die Windenergienutzung auf dem Blauen womöglich zu einem Projekt, bei dem alleine die Rendite im Vordergrund steht. Für lokale Interessen bleibe dann kein Raum, so die Sorge.

Mehr Windstrom als aus Gersbach

„Nach unseren Planungen würde der Windpark auf dem Blauen deutlich mehr Windstrom erzeugen als der Windpark Rohrenkopf/Gersbach (2020: 37,2 Mio kWh) oder der Windpark Hasel (2020: 21,8 Mio kWh)“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bietergemeinschaft BwBlauen. Mit der neuen Fassung des EEG bestehe zudem die Möglichkeit, die Anliegerkommunen im Umkreis von 2,5 Kilometern um die Windräder herum mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde an den Stromerlösen zu beteiligen. Das seien erhebliche Beträge.

Nun heißt es abwarten für die Bietergemeinschaft, die sich selbstbewusst zeigt und auf ihr solides Angebot, vor allem aber auf ihr langjährigen Engagements für „unseren Blauen“ verweist.

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