Malsburg-Marzell „Wir gehen auch nach Käsacker“

Ausgesprochen gut besucht war die Informationsveranstaltung des Zweckverbands Breitband im Landkreis in Malsburg-Marzell. Foto: Birgit-Cathrin Duval

Malsburg-Marzell - „Das ist die erste Infoveranstaltung, bei der auch die Plätze in der ersten Reihe besetzt sind“, sagte Paul Kempf angesichts der schier aus allen Nähten platzenden Edenbachhalle. Der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitband des Landkreises hatte für das obere Kandertal gute Nachrichten in Sachen Internet mitgebracht. „Der Starttermin, der uns in eine vernetzte Zukunft bringt, steht“, freute sich auch Bürgermeister Mario Singer, der die interessierten Bürger begrüßte.

Der Zweckverband will eine Infrastruktur, die zukunftsfähig und nachhaltig ist. Deshalb wolle man auch nicht auf Zwischenlösungen setzen, sondern ein komplett neues Netz bis ans Haus bauen. „Wo wir Verträge herbekommen, werden wir bauen“, sagte Kempf und ergänzte: „Wir gehen auch nach Käsacker.“

40 Kilometer an Leitungen gilt es in der Berggemeinde zu verlegen. Im ersten Bauabschnitt werden 14 500 Meter der Hauptleitung verlegt und 150 Hausanschlüsse angebunden. Im zweiten Bauabschnitt sollen 16 000 Meter und 450 Hausanschlüsse fertiggestellt werden.

Am 20. August fällt der Spatenstich für den ersten Abschnitt, gerechnet wird mit 18 Monaten Bauzeit, je nachdem wie der Winter ausfällt. Der zweite Bauabschnitt soll im ersten Quartal des kommenden Jahres starten. Kempf hofft auf mehrere Baukolonnen, die an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden können. Hauptziel sei es, dass die Inbetriebnahme des Netzes für die Gesamtgemeinde erfolgt.

Die Baukosten bezifferte Kempf mit 2,7 Millionen Euro für den ersten und 3,3 Millionen für den zweiten Bauabschnitt. Davon sind 50 Prozent Fördermittel vom Land, der Rest soll durch Pachteinnahmen von den Netzbetreibern über 40 Jahre hinweg eingenommen werden.

Baukosten von insgesamt sechs Millionen Euro

Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, ist ein gewerblicher Bedarf notwendig. Das umfasst neben Landwirten, Handwerkern und Gewerbetreibenden auch Freiberufler und Angestellte, die im Home-Office arbeiten. Kempf bat, sich in Listen einzutragen, was nach dem Vortrag auch rege getan wurde.

Die Verträge, die den Bürgern vom Zweckverband zugegangen sind, beziehen sich auf den Hausanschluss. Der Preis für den subventionierten Anschluss beträgt 600 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und ist bis zum 31. Juli abzuschließen. Wer jetzt darauf verzichtet und später einen Anschluss haben will, müsse mit den fünf- bis sechsfachen Kosten rechnen, sagte Kempf. Rund eine Woche vor Baubeginn der Hausanschlüsse werden die Maßnahmen mit den Anliegern vor Ort abgeklärt.

Viele Fragen gab es zu den Laufmeterpauschalen, also den Kosten, die von der Grundstücksgrenze (dort, wo die Stichleitung letztmals öffentlichen Grund verlässt) bis zum Haus anfallen. Davon sind 15 Meter frei, ab dem 16. Meter wird eine Pauschale von 80 Euro je angefangenem Meter fällig. Bei 80 Prozent der Häuser seien es nicht mehr als 15 Meter, bei dreiviertel bis zu 25 Meter, beschwichtigte Kempf. Gleichzeitig versprach er, sich um Lösungen zu bemühen. Es besteht die Möglichkeit, vorhandene Leerrohre zu nutzen, wobei diese zuvor geprüft werden müssen.

Als Netzbetreiber agieren derzeit die Firmen Pyur aus München und Stiegeler aus Schönau, die Preise starten bei knapp 40 Euro monatlich für den Internetanschluss. Kempf riet dazu, die Kündigung der bestehenden Verträge durch den neuen Internetanbieter vornehmen zu lassen.

Bis die Infrastruktur steht und die Netzbetreiber die Glasfaserleitungen mit dem schnellen Internet versorgen können, wird es allerdings noch drei Jahre dauern.

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