Maulburg Auftritte enden mitunter im Krankenhaus

Spielte „unplugged“ im Maulburger „Dorfstübli“: „Station four“. Foto: Gerd Lustig

Maulburg - Wenn eingefleischte Rockmusiker unplugged spielen, ist das immer so eine Sache. Dem einen gefällt’s, weil ihn gerade die eher intimere Atmosphäre der leiseren Töne faszinieren, dem anderen, der eher auf die lauteren Riffs steht, fehlt da schon ein bisschen was. In der Tat, es ist ein Stück weit eine Gratwanderung. Diesen Weg sind jetzt „Station four“ (S4) bei ihrem Konzert im Maulburger „Dorfstübli“ gegangen.

Unterm Strich darf das Experiment als gelungen bezeichnet werden - auch wenn es zugegebenermaßen schon gewöhnungsbedürftig ist, wenn bei einem Deep Purple-Klassiker wie „Black night“ die Gitarrenriffs à la Ritchie Blackmore unter anderem auch vom Akkordeon kommen. Das wirkt schon ein wenig brav und bieder. Solch Kracher aus dem Bereich Hardrock brauchen einfach das Wuchtige, das Voluminöse, brauchen Verstärker, Synthesizer und Co. Ansonsten fehlt halt was.

Doch die Band hatte auch andere Songs auf Lager, jene, die nicht unbedingt die volle Dröhnung brauchen und allein durch Melodie und fingerfertiges Gitarrenspiel wirken. Alles in allem war es daher ein schöner Abend. Dabei kamen nicht nur die Besucher auf ihre Kosten, jeder auf seine Art. Auch „Dorfstübli-Hausherr“ Tobias Hohenstatter hatte gut Lachen. Denn mit gut 100 Zuhörern stieß das Konzert auf sehr guten Zuspruch.

Wer dabei war, erlebte einen Abend durch die Rockgeschichte der 60’er und 70’er Jahre der etwas leiseren Art. Da gab’s Titel von Cream, den Rolling Stones, den Kinks und Creedence Clearwater Revival ebenso wie von Lynyrd Skynyrd, Eric Clapton, Deep Purple oder Jethro Tull. Heiko Trefzger (Gesang, Bluesharp, Klavier), Uwe Tittmann (Gitarre), Björn Bellmann (Bass, Gesang) und Nico Kapitz (Schlagzeug) hatten’s drauf.

Konzert im Untergrund

Mucksmäuschenstill wurde es bei Titeln wie „Heart of Gold“ von Neil Young. Beinahe andächtig lauschten die Fans beim Song „Wish you were here“ von Pink Floyd, bei dem Uwe Tittmann an der Gitarre jede Menge Glückseligkeit in den Raum zauberte.

Dazwischen wartete Frontmann Heiko Trefzger immer wieder mit Anekdoten der Bands auf. Warum endeten drei Auftritte von S4 im Krankenhaus? Was führte zu einem wirklich unterirdischen Konzert? Warum schnitten „The Kinks“ mit Rasierklingen ihre Lautsprecher auf? Wie kam es zum Foto von Mike Low und Heiko am Abgrund des Vesuvs? Auf all diese, leicht skurril anmutende Fragen gab es an diesem Abend eine Antwort.

Und letztlich hatten „S4“ noch zwei besondere Zuckerl parat. Zum einen servierte das Quartett den eigenen wunderschön treibenden Song „Eleven“ mit klarer Melodie. Prädikat: Hätte man mehr davon haben können.

Und zum anderen hatten sich die Vier mit dem Basler Pianisten Mike Low einen „special guest“ eingeladen, mit dem sie seit einiger Zeit gut befreundet sind. Low ist guter Texter, Arrangeur, Klavierspieler und Sänger. Seine Stücke und seine Performance kamen beim Publikum sehr gut an. Das eine oder andere Mal verdiente er sich auch Sonderapplaus.

Und als er nach einigen gefälligen Songs von der Bühne gehen wollte, stimmten die Fans nochmals den Refrain eines seiner neuen Lieder an. Die sollen laut Heiko Trefzger demnächst auch im Schweizer Radio laufen.

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