Maulburg Kein Sitzenbleiben und keine Noten

Siebtklässler und ältere Personen des Maulburger Seniorennachmittags saßen bei Kuchen und Getränken fröhlich im Dorfstübli beisammen. Foto: Georg Diehl

Maulburg - Zum generationenübergreifenden Seniorennachmittag lud die Klasse 7a der Wiesentalschule ein. Die Schüler waren neugierig, welche Berufe die Gäste einst erlernt hatten. Gleichzeitig erfuhren die Gäste, wie sich die Berufswahl verändert hat.

Interessant für die Maulburger Seniorengruppe war die Vorstellung der Wiesentalschule, die seit fünf Jahren Gemeinschaftsschule ist, und an der Schüler nicht nur aus Maulburg, sondern auch aus der Umgebung unterrichtet werden. Was jahrzehntelang die Volksschule war, was übrigens noch in Österreich so heißt, und früher Grund- und Hauptschule hieß, in der Schweiz übrigens Primar- und Sekundarschule genannt wird, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich um die Realschule, die zuerst Aufbauzug und dann Mittelschule hieß, erweitert.

In der Bundesrepublik Deutschland mit ihren 16 Bundesländern gibt es in neun Bundesländern Gemeinschaftsschulen, während man in den sieben Bundesländern Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz die Gemeinschaftsschule noch nicht kennt. In Baden-Württemberg bestehen seit drei Jahren nahezu 300 öffentliche Gemeinschaftsschulen.

Die Maulburger Seniorengruppe des Altennachmittags erhielt einen Einblick in eine Gemeinschaftsschule, die sich von den bisherigen Schulen deutlich abhebt. Es handelt sich um eine Ganztagsschule, die Unterschiede zwischen den Schülern nivellieren soll. Die Methoden des offenen Unterrichts sollen die Verschiedenartigkeit der Schülerschaft nutzen und auch die Inklusion von Behinderten garantieren. Man spricht von „Lerngruppen“ (Schulklassen), in der in der Regel zwei Lehrkräfte wirken. Es gibt kein Sitzenbleiben, auch keine Noten. Erst am Schluss (Hauptschul- oder Realschulabschluss) wird benotet.

Kritiker der Gemeinschaftsschulen befürchten, dass mangels Noten die Transparenz für Eltern verloren geht und dass korrigierende Maßnahmen nicht rechtzeitig ergriffen werden.

Bei dem Gespräch zwischen den Schülern einer siebten Klasse und den Senioren wollten die Jugendlichen von den Älteren vieles wissen, wie es früher, auch während des Zweiten Weltkriegs und danach war, wie man in der Schule an Bänken mit Tintenfässchen bei vorwiegend frontalem Unterricht lernte.

Anschließend trafen sich Jugendliche und Ältere im Maulburger Dorfstübli zum gemeinsamen Ausklang bei frisch gepresstem Apfelsaft, Kuchen und Kaffee. Ina Pietschmann sowie Gisela und Heinz Postleb bedankten sich beim Lehrerkollegium für den Einblick in die Gemeinschaftsschule.

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