Maulburg „Kinder sprechen schon gut deutsch“

Lernt man die Sprache, klappt es auch mit der Integration besser.          Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Der Gemeinderat hat der Verlängerung des Dienstleistungsvertrags mit dem Caritasverband mit 25 Prozent Stellenanteil „Integrationsbeauftragte“ bis zum 31. August 2022 zugestimmt. Ein weiterer 25-prozentiger Stellenanteil, der die Stelle zu einer halben Stelle macht, ist über Fördermittel gedeckt.

Von Christoph Schennen

Maulburg. Vor der Abstimmung hatte Antje Heduschke von ihrer Arbeit als Flüchtlingsmanagerin berichtet. Derzeit betreut sie 55 Personen. Ihr Aufgabenbereich erstreckt sich vom Kitabesuch bis zur Arbeitsaufnahme. Die meisten in Maulburg untergebrachten Flüchtlinge kommen aus Syrien. Andere Herkunftsländer sind unter anderem Gambia, Pakistan, Iran und Nigeria. Demnächst kommt ein Mann aus Togo. „Die Mischung wird immer bunter“, sagt Heduschke. Jüngst hat sie drei Umzüge innerhalb von Maulburg organisiert, um Menschen aus einem Land in einer Wohngemeinschaft zusammenzuführen. Eine willkürliche Zusammenführung der Flüchtlinge könne zu religiösen Konflikten führen, so Heduschke.

Die Integrationsmanagerin hilft beim Ausfüllen von Anträgen für das Jobcenter oder anderen Behörden. Oftmals würden schon Deutsche Schwierigkeiten dabei haben, das Amtsdeutsch richtig zu interpretieren. Eine Arbeitsbelastung stelle die Bürokratie auch für sie dar, so Heduschke. „Ich muss auflisten, mit wem ich Kontakt hatte und jedes Gespräch einzeln dokumentieren“, sagt sie. Viele Flüchtlinge können auch noch gar kein Deutsch; mit einem Nigerianer unterhalte sie sich auf französisch, mit einem Kameruner auf englisch.

Freude bereiten ihr die Fortschritte bei der Integration. Viele Kinder, die in die Kita gehen, sprechen schon sehr gut deutsch. Heduschke betont, dass die Kinder unbedingt auch ihre Muttersprache lernen sollten. Auch auf dem Arbeitsmarkt konnte sie Flüchtlinge unterbringen. Zwei junge Männer aus Gambia absolvieren derzeit ihr zweites Lehrjahr; einer arbeitet im Metallbereich, ein anderer im Holzbereich. Unterstützt wird Heduschke von Ehrenamtlichen, die den Flüchtlingen Sprachunterricht erteilen. Deren Unterstützung habe nachgelassen, nachdem die Flüchtlinge auf Wohnungen in Maulburg verteilt wurden. Heduschke würde gerne frühzeitig wissen, welche und wie viele Flüchtlinge nach Maulburg verwiesen werden und aus welchen Ländern sie stammen.

Mitunter wird sie mit Sachen konfrontiert, die sie schwer belasten - wenn etwa Syrer Bilder von ihren toten Familienangehörigen auf den Tisch legen. Vor diesem Hintergrund sei es gut, wenn „über die Supervision Dinge aufgearbeitet würden“, so Heduschke.

Bürgermeister Jürgen Multner dankte für ihre Arbeit: „Die Flüchtlinge müssen schnellstmöglich integriert werden.“ Dass Maulburg nur eine halbe Stelle für Flüchtlingsmanagement eingerichtet habe, liege daran, dass die Anzahl der Flüchtlinge an einem bestimmten Stichtag (2017) als Bezugsgröße für den Stellenumfang genommen wurde. An diesem Stichtag musste Maulburgs Integrationsmanagerin „lediglich“ 32 Flüchtlinge betreuen.

Neben dem Haus an der Neuen Straße stehe womöglich ein weiteres Haus In Maulburg als Unterkunft zu Verfügung, kündigte der Bürgermeister an. Derzeit warte man noch ein Wertgutachten ab. Liege das vor, entscheide die Verwaltung, ob man das Objekt, das einer Eigentümergemeinschaft gehört, kaufe oder nicht.

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