Maulburg Komödie „Kunst“ oder wenn Männer sich trefflich streiten

Gudrun Gehr
Regisseurin Pia Durandi (v.l.), Klaus Koska , Hermann Seidel und Dietmar Fulde entern viel Applaus. Foto: Gudrun Gehr

Die Komödie „Kunst“ hatte im Dorfstüble seine Dernière. Das Publikum war von dem Stück, das die Volkskunstbühne Rheinfelden präsentierte, begeistert.

Es war der letzte Auftritt der Schauspieler der Volkskunstbühne Rheinfelden, mit der Erfolgskomödie „Kunst“. Zehn Mal sind sie damit auf der Bühne gestanden und im Dorfstüble war es ihre Dernière.

Regisseurin Yasmin Reza

Die Tournee startete bereits im November im Haus Salmegg, Rheinfeldens Museum für Moderne Kunst. Das Schauspiel „Kunst“ ist das dritte Theaterstück der französischen Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin Yasmina Reza. Es ist mittlerweile die meistgespielte zeitgenössische Komödie. Die Rheinfelder Volkskunstbühne gastierte an verschiedenen Orten in der Region.

Volles Haus

Die Stühle waren trotz des prächtigem Sonntagswetter bis auf den letzen Platz im Maulburger Kulturhaus gefüllt. Das Haus war komplett ausverkauft, rund 50 Gäste waren zu diesem Schauspiel gekommen. Das Dorfstübli verfügt für ein solches Stück über eine ideale Kleinkunstbühne.

Bei diesem satirischen Drama geht es um einen Konflikt zwischen drei Männern. Es ist ein Streit innerhalb einer alten und bewährten Männerfreundschaft mit skurrilen und satirischen Auswüchsen. Die Freundschaft des Trios wurde durch einen gänzlich unnötigen Konflikt auf eine harte Probe gestellt, das Schauspiel wechselte von der Komödie zum Drama.

Der Konflikt

Der Ausgangspunkt des Konflikts: Der gut verdienende Mediziner Serge kaufte sich für 200 000 Euro das Gemälde „Weißes Bild mit weißen Streifen“ eines angesagten, aber unbekannten Künstlers. Beim Vorzeigen des komplett weißen Bilderrahmens verwickeln sich Serge und sein Freund Marc, der seinerseits das Bild als „Scheiße“ bezeichnet in Streitereien. Marc zweifelt den Verstand seines Freundes an. Der dritte im Bunde, der zartfühlende Yvan, will zwischen den Streithähnen vermitteln, er will es sich jedoch mit keinem der beiden verderben und positioniert sich deshalb nicht deutlich. Die Falle schnappt zu, als die Vermittlungsversuche von Yvan scheitern und er selbst ins Kreuzfeuer des Konfliktes gerät. In einem handgreiflichen Disput zwischen Serge und Marc will Yvan schlichten, gerät jedoch selbst unter die Räder und wird verletzt. Eine der Aussagen des Stückes liegt wohl in der Feststellung, dass eine Einmischung - auch wenn sie noch so gut gemeint ist - oftmals sehr tückisch sein kann.

Das Beziehungsgeflecht

Das Trio hinterfragte im Verlaufe des Konfliktes die persönlichen Fundamente der gegenseitigen Beziehung und klärte gegenseitige Vorlieben, Abneigungen und den Neid auf die jeweiligen Erfolge der anderen. Alle drei Darsteller zeigten ambitionierte, beeindruckende Darbietungen mit erfrischenden Dialogen und einen überzeugenden Spaß am Schauspiel, den das Publikum mit langem und begeistertem Beifall belohnte. Und zum Schluss kann auch verraten werden, wie die Geschichte endete - zumal es sich um das Finale der Tournee handelte: Natürlich gab es ein Happy-End. Die drei Freunde haben sich wieder zusammengerauft, wollen weiter befreundet sein, und gingen gemeinsam essen.

Am Klavier

Die Theaterpädagogin und Regisseurin Pia Durandi hatte mit den Schauspielern der Volkskunstbühne Klaus Koska (Yvan), Dietmar Fulde (Serge) und Hermann Seidel (Marc) das Stück einstudiert und begleitete das Drama auf dem Klavier.

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