Maulburg (lu). Sie reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Alemannisch ist ihre Muttersprache, also singen und texten sie auch auf Alemannisch. Gemeint ist die Formation „Goschehobel“. Das sind Eberhard Jäckle und Urban Huber-Wölfe, ein Duo aus dem Kinzigtal, das mittlerweile seit 35 Jahren auf den Bühnen der Region zuhause ist. Jetzt gastierten sie im Maulburger „Dorfstübli“.

„Es ist wohl das vierte Mal, dass wir hier sind“, mutmaßte Jäckle zu Beginn des Konzerts. Und mit dabei war diesmal wieder der Gitarrist Oliver Fabro, der auch der Produzent der „Goschehobel“-CDs ist.

Spezielles Ambiente

Gleich vorweg: Es war einer dieser Abende, die dem „Dorfstübli“ durch sein spezielles Ambiente und seinem Charme förmlich auf den Leib geschneidert war. Zuhören, mitsingen, mitklatschen und einfach nur die Musik und die teils poetischen Texte genießen: Das war es, was bei diesem neuerlichen „Goschehobel“-Event angesagt war.

Exzellente Musik

„Schade, dass nicht ganz so viele Besucher gekommen sind“, bedauerte Gastgeber Tobias Hohenstatter vom Veranstalterteam. Doch die, die da waren, brauchten ihr Kommen nicht bereuen. Rund 50 Besucher erlebten einen wunderbaren Musikabend, zwei Stunden vollgepackt mit exzellenter Musik und hörenswerten Texten im alemannischen Dialekt und vielfach vorgetragen in zweisprachigem und harmonischem Gesang.

Mal ernst und mal humorvoll, dann wieder poetisch und nachdenklich, oftmals auch ironisch und witzig und pointiert: Der Abend nimmt schnell Fahrt auf. In ihren Stücken widmet sich die Band den Themen des Alltags und jenen Themen, die angesichts des stetig zunehmenden globalen Wahnsinns den Alltag ein kleines bisschen besser machen, und geben sich als Botschafter des Menschseins. Ob „Klassetreffe“, „Viva la musica“ oder „So ne Moment oder ob „Uff de andere Siite“, „Kunderbunt“ und „Wind“: Stets kommen die Stücke nicht nur authentisch und ohne den erhobenen Zeigefinger rüber, wirken quasi in sich, sondern auch mit einer geballten Ladung musikalischer Perfektion und außergewöhnlichen Könnens.

Zwischenapplaus

Immer mal wieder ist es Oliver Fabro, der für exklusive Soli an der Gitarre sorgt, mal gezupft, dann wieder virtuos und behände über die Saiten wirbelt und die Besucher immer mal wieder zu frenetischem Zwischenapplaus animiert. Dabei bleiben „Goschehobel“ selbst stets bodenständig, geben sich nie abgehoben, plädieren gar dafür. „Wer schwätze kann, der kann auch singe, und wer laufe kann, der kann auch tanze“, postulieren sie, will sagen: Ein Jeder kann was und sollte sich was zutrauen.

War das Mitmachen und Mitsingen der Besucher im ersten Set vielleicht noch ein wenig zaghaft, so änderte sich das schlagartig im zweiten Teil. Denn da zogen „Goschehobel“ alle Register ihres inzwischen 35-jährigen musikalischen Schaffens. Songs wie „Nack, nack, nackisch am Baggersee“ in verballhornter Version nach Bob Dylans „Knocking on heavens door“, „Für immer jung“ alias „Forever young“ oder auch „Johnny be good“ sowie das „Hotel zum Kuckuck“ (nach „Hotel California“) waren als „Hobel“-Klassiker geradezu Pflicht. Und die Fans waren des Öfteren aus dem Häuschen und total begeistert. Die einzige Frage, die sich nach dem gelungenen Konzertabend stellte: Wann kommen die „Jungs“ wieder?