Maulburg Zeitlos schöne Geschichte

Wernfried Hübschemann und Lailah Roos. Foto: Anja Bertsch

Maulburg - Mit einer musikalischen Lesung brachten Wernfried Hübschemann und Lailah Roos am Freitag im Maulburger Dorfstübli Antoine de Saint Exupérys „Kleinen Prinzen“ zu großer Geltung.

Eine ganze Schar aufmerksamer Zuhörer ließ sich von der zeitlos-schönen Geschichte gefangennehmen, die sich da im feinen Zusammenspiel aus dem facettenreichen Wortvortrag von Wernfried Hübschmann und dem einfühlsamem Querflötenspiel von Lailah Roos eindrücklich entfaltete.

Wandlungsfähige Stimme

Mit wandlungsfähiger Stimme, ausdrucksstark und nuancenreich, bringt Wernfried Hübschmann den Text von der Widmung bis hin zu ihrem – bedrückenden? traurigen? himmelsweisenden! – Ende in der Neuübersetzung von Elisabeth Edl zum Klingen, verleiht den Figuren und den Dialogen Stimme, Stimmungen und Farbe: Leise schmunzelnd, groß staunend, aufrichtig naiv oder melancholisch.

Gerade mit dem richtigen Maß an schauspielerischem Ausdruck geschieht das, mit großer Wärme und mit aufrichtiger Zuneigung zu Saint Exupérys Figuren und dem „kleinen Kerl“ vor allem, der den Zuhörern im Laufe der Geschichte ebenso ans Herz wächst wie dem zunächst arg mürrischen Ich-Erzähler, der da mit seinem Flugzeug in der Wüste gestrandet ist und dort dem kleinen Prinzen begegnet.

Der fragt und fragt und fragt, kindlich-naiv und unschuldig – und eben darin zutiefst aufs Lebens-Wesentliche konzentriert: Menschlichkeit, Mitgefühl, Fürsorge und Liebe. „Man siehst nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Die Worte aus dem Munde des „Kleinen Prinzen“ sind zeitlos-weise und in ihrer schlichten Wahrheit von großer Tiefe. „Du redest wie die Erwachsenen“ wird demgegenüber zum empörten Vorwurf an einen, der sich um Dinge kümmert, die eben nur vermeintlich wichtig sind: ein kaputter Motor zum Beispiel, an dem man mit ölverschmierten Fingern herumschraubt.

Was den Zuhörern da schon durch den Wortvortrag Hübschmanns lebendig vor Augen steht, bekommt durch das einfühlsame Querflötenspiel von Lailah Roos zwischen den einzelnen Kapiteln nochmals besondere Intensität.

Als Vorlage dient da die eigens auf den „kleinen Prinzen“ komponierte Suite des italienischen Komponisten Carlo Domeniconi: Schwelgerische Melodien bringen die Rosen im Rosengarten zum Duften, das Echo in den Bergen spiegelt sich in den Flageolett-Tönen der Querflöte und die verführerisch-gefährliche Präsenz der Schlange im melodiösen Zischeln und Schlängeln. Die Freude des Publikums zeigt sich am Ende in begeistertem Applaus.

Neues Projekt

Nachdem die beiden Künstler Wernfried Hübschmann und Lailah Roos mit dem „Kleinen Prinzen“ als „Erstlingswerk“ ihrer künstlerischen Zusammenarbeit in der Region nun schon eine gute Weile erfolgreich sind, soll die Zusammenarbeit unterm Namen „Duo Jahreszeichen“ fortgeführt werden. Ein erstes Projekt steht bereits: Unterm Titel „Der Mond ist aufgegangen“ widmen sich die beiden dem 50. Jahrestag der Mondlandung in einer heiteren literarisch-musikalischen Revue. Premiere ist am Freitag, 12. Juli, im „Cafe Hebel“ in Schopfheim.

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