Monika Helfer in Rheinfelden Auf Augenhöhe mit einer Autorin

Mia Mühlemann und Hannah Grauer
Die Schüler beim Besuch Monika Helfers Foto: Hannah Grauer

Die Vorarlberger Schriftstellerin Monika Helfer hat dem Deutsch-Leistungskurs der elften Klasse am Georg-Büchner-Gymnasium aus ihrem Roman „Die Bagage“ vorgelesen und zahlreiche Fragen rund um ihren Beruf als Autorin beantwortet.

Im vergangenen Jahr hatte Helfer den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg für ihre Romanreihe „Die Bagage“, „Vati“ und „Löwenherz“ erhalten, die sich mit ihrer Familiengeschichte befasst. Derzeit wird sie auch verfilmt.

Wahrheit und Dichtung

Helfer las mehrere Ausschnitte aus „Die Bagage“ und gab damit einen tiefen Einblick in die Vergangenheit ihrer Großeltern. Wie viel Wahrheit steckt eigentlich in so einem Roman über die eigene, teils über hundert Jahre zurückliegende Familiengeschichte, und wie viel ist erfunden oder des Gesamtbilds wegen hinzugedichtet worden? Diese und andere Fragen stellte die Klasse nach der Lesung im Gespräch mit Helfer.

Selbstverständlich sei es unmöglich, die damaligen Begebenheiten so detailliert und authentisch wiederzugeben, wie sie tatsächlich stattgefunden haben. Nichtsdestotrotz stecke ihre „eigene Wahrheit“ durchaus in ihrem Roman, sagte Helfer, und werde an den Stellen, an denen es notwendig sei, durch Einfallsreichtum komplettiert, denn „über Familie zu schreiben heißt, genau hinzuschauen und so klar wie möglich zu formulieren“. Diesen Rat zu beherzigen, sei allerdings nicht so einfach – vor allem nicht, wenn man sich der immensen Herausforderung gegenüber sehe, ungefiltert über das eigene Leben, die Entscheidungen, Fehler, Erfolge, Miseren und Peinlichkeiten, die einen ausmachen, zu schreiben.

Helfer berichtete, dass es zwar für unbekannte Schriftstellerinnen auch heutzutage noch problematisch sei, aus der Menge herauszustechen, dennoch habe sich die Branche seit der MeToo-Bewegung stark verändert.

Zusammenarbeit mit Mann

Die Schüler interessierten sich auch für die Zusammenarbeit Helfers mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Michael Köhlmeier. Mit ihrem Mann brachte Helfer bereits mehrere Romane heraus.

Dabei könnten die Schreibgewohnheiten nicht unterschiedlicher sein. Während Köhlmeier sich täglich bis zu sechs oder sieben Stunden dem epischen Erzählen widmet, bringt Helfer ihre Ideen meist mitten in der Nacht zu Papier und überarbeitet sie am Morgen, erzählte Helfer.

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