Müllheim 558 Funkverbindungen in 32 Länder

24 Stunden lang waren die Amateurfunker beim „Field Day“ erreichbar: Sascha Raunitschke (hinten) nahm am Funkgerät Kontakt mit Funkamateuren weltweit auf. Der Vorsitzende des DARC-Ortsvereins A 47 Markgräflerland, Oskar Preg, führte derweil am PC das Funktagebuch. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Weil unklar ist, was bei Facebook, Whatsapp & Co. mit Daten geschieht, erlebt das Medium Amateurfunk derzeit eine kleine Renaissance. Darüber freut sich auch der Ortsverband A 47 Markgräflerland des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC).

Von Alexander Anlicker

Müllheim-Feldberg . Entsprechend gut besucht war die Funkstation, welche der Verein anlässlich des „Field Days“ der International Amateur Radio Union (IARU) auf dem Stalten bei Feldberg aufgebaut hat. Neben den eigenen Mitgliedern schauten auch Funker des benachbarten Ortsverbands A 09 Dreiländereck sowie aus dem Elsass vorbei.

Ziel des „Field Days“ ist es, innerhalb von 24 Stunden mit so vielen Funkstationen wie möglich Kontakt aufzunehmen. Je weiter weg, desto mehr Punkte gibt es. Einzige Bedingungen: Es darf nicht von einer ortsfesten Anlage mit einer stationären Antenne gefunkt werden, und der Strom darf nicht aus der Steckdose kommen.

Die Bedingungen waren bestens. Bereits nach der ersten Stunde standen 60 Gespräche mit Funkamateurkollegen aus ganz Europa im Logbuch. Am Ende waren es 558 in 32 Länder auf der ganzen Welt.

Neben dem jährlichen „Field Day“ und dem monatlichen Clubtreffen hat das Clubleben auch sonst an Fahrt aufgenommen. So fand im Frühjahr bereits eine Notfunk-Übung statt. 24 Stunden lang wurde autark von allen kommerziellen Kommunikationsnetzen mit Schrift und Ton kommuniziert.

Experimente mit Wetterballon

Anfang Juni haben die Funkamateure einen Ballon steigen lassen, diesen als Funkrelais genutzt und bis zu seinem Ziel am Bodensee verfolgt. Den nötigen Sender gab es quasi umsonst, denn die Wetterdienste lassen mehrmals am Tag mit Helium gefüllte Wetterballons steigen, diese platzen nach ungefähr zwei Stunden in etwa 30 Kilometern Höhe. Die Mess-Sender landen zwar an einem Fallschirm wieder auf der Erde und würden dort als Elektroschrott samt Batterien in der Natur liegen bleiben, würden die Funkamateure diese nicht einsammeln und anschließend für ihre Zwecke umprogrammieren. „Für uns ist das eine moderne Schnitzeljagd“, sagt Rawan Werner. Vor allem die Kinder seien begeistert. Mittlerweile haben die Funkamateure aus dem Markgräflerland eine ganze Sammlung dieser Geräte.

Rund 30 Funkamateure aus der Region waren zum Start des Ballons bei Merdingen gekommen. Ein vierköpfiges Team – zwei Erwachsene und zwei Kinder – fuhren hinterher und bargen den Ballon bei Markdorf am Bodensee.

Morsezeichen zum Entspannen

Seit einigen Monaten treffen sich die Mitglieder des DARC-Ortsverbands A 47 Markgräflerland regelmäßig jeden Montag an ihren Funkgeräten für „Continous wave“. So heißt die Morsetelegraphie im Fachjargon. Meist sind sie zu viert und üben das Morsen, erklärt Sascha Raunitschke. Bei den kurzen und langen Signalen muss man schon genau hinhören. „Ich muss im Beruf viel reden, da ist es entspannend, wenn man nur zuhören und mitschreiben muss“, sagt Raunitschke. Um nichts zu verpassen, müsse man sich stark konzentrieren und schaltet nach ein paar Minuten komplett ab, ergänzt er.

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