Das Baugebiet „Am langen Rain“ in Müllheim ist auf der Zielgeraden. Nach einer nochmaligen verkürzten Offenlage soll in der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Juli der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan erfolgen.

Von Alexander Anlicker

Müllheim. In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend wurden die Entwurfsplanung für Erschließung, Entwässerung, Lärmschutz und Begrünung sowie eine Kostenschätzung vorgestellt.

Für die Stadt Müllheim sei das Baugebiet ein „wichtiges Projekt“, unterstrich der Beigeordnete Günter Danksin, der die Ratssitzung leitete. Er verwies unter anderem auf den dringenden Bedarf an Wohnraum.

Auf dem 7,22 Hektar großen Areal sollen circa 230 Wohneinheiten für rund 490 Menschen entstehen. Die Planer Claudia Früh und Jakob Dippon vom Büro Fichtner Water & Transportation sowie Grünplaner Roman Knorr vom Büro Faktorgrün stellten die Details der Entwurfsplanung vor.

Gesamtkosten betragen rund 6,15 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Erschließung des Baugebiets belaufen sich laut Früh auf rund 6,15 Millionen Euro (brutto). Rund 2,58 Millionen entfallen auf die verkehrliche Erschließung. Die innere Erschließung schlägt dabei mit etwa 1,8 Millionen Euro zu Buche. Die Kosten für den Kreisverkehr zur Anbindung des Wohngebiets an die Landesstraße L 125 werden auf rund 785 000 Euro geschätzt.

Hinzu kommt eine Lärmschutzwand entlang der L 131 (Schwarzwaldstraße), die mit zirka 328 000 Euro veranschlagt ist. Die Wand soll aus einem hochabsorbierenden Material bestehen, betonte Planerin Früh. Es soll möglichst wenig Lärm reflektiert werden, damit sich die Lärmsituation im Wohngebiet südlich der L 131 nicht verschlechtert, erklärte sie auf Nachfrage von Grünen-Stadträtin Dora Pfeifer-Suger.

Teuerster Posten ist die Entwässerung mit insgesamt 2,63 Millionen Euro. Die Planung umfasst neben Schmutzwasserkanälen auch ein Versickerungsbecken, sowie den Erosionsschutzstreifen mit Entwässerungsmulde am östlichen Rand des Baugebiets sowie Leitung mit der das Regenwasser letztlich in das Rückhaltebecken „Tritschler Säge“ geführt wird. Rund 1,77 Millionen Euro entfallen auf die Freiraumgestaltung.

Sorge bereiteten CDU-Stadtrat Jürgen Nafz die Erschließungskosten. Diese machen sich bei den Erschließungsbeiträgen der Grundstückseigentümer und in den Grundstückspreisen bemerkbar. Der eine oder andere Punkt werde sicher nochmals auf den Prüfstand kommen, versprach Beigeordneter Danksin mit Blick auf die Tatsache, dass 36 Prozent der Fläche auf Grün- und Verkehrsflächen entfallen

Zeitplan: Ab Frühjahr 2021 kann gebaut werden

Nach dem Satzungsbeschluss in der nächsten Ratssitzung soll bis Mitte Oktober die Ausführungsplanung entstehen, auf deren Grundlage Ende Januar 2019 Jahres die Erschließungsarbeiten ausgeschrieben werden sollen. Die Vergabe soll Mitte April 2019 erfolgen, so dass einen Monat später die Bagger anrollen können.

Planerin Claudia Früh rechnet mit etwa anderthalb Jahren Bauzeit, so dass ab Frühjahr 2021 die ersten Häuser gebaut werden können.