Müllheim Filmvergnügen mit Abstand

Müllheim - „Es geht endlich wieder los“, freut sich der Müllheimer Kinobetreiber Michael Karg. Nach dreieinhalb Monaten Corona-Zwangspause flimmern ab heute im Central-Theater wieder Filme über die Leinwand.

Heute sowie am Samstag und Sonntag wird jeweils um 20 Uhr die Kömodie „Die Känguru-Chroniken“ gezeigt. Am Dienstag um 20 Uhr ist in der Reihe „Der besondere Film“ der Streifen „Little Women“ zu sehen. Alexander Anlicker hat sich mit ihm über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Filmszene sowie das Hygienekonzept. unterhalten.

Freuen Sie sich, dass Sie das Kino wieder öffnen können?

Natürlich. Es geht endlich wieder los.

Die „Notlösung“ Auto-Kino in Auggen ist gut angekommen, ist eine Wiederholung – unabhängig von Corona – denkbar?

Eine Notlösung war es auf jeden Fall. Ich wollte ursprünglich kein Auto-Kino machen, aber Bernd Gschöpf vom Kino in Rheinfelden hat mich mit Oliver Risch von Risch Event zusammengebracht. Im Nachhinein hat das super funktioniert, trotz der anspruchsvollen Auflagen der Behörden. Am Ende waren wir mit Risch Event und Tec Zone Veranstaltungstechnik eine große Familie. Oliver Risch denkt auch schon an eine Fortsetzung – auch ohne Corona.

Welche Auflagen haben Sie umsetzen müssen, um das Kino wieder öffnen zu können?

Auflage war ein Hygienekonzept. Dazu gehört das Desinfizieren, Dokumentieren und Abstand halten. Die Leute müssen beim Online-Ticket-Kauf Name, Anschrift und Telefonnummer angeben und das Ticket dann ausgedruckt mitbringen und abgeben. Wir bewahren diese Daten dann auf und vernichten sie nach Ablauf der Frist.

Wir stellen zudem Desinfektionsstationen auf, haben einen Spuckschutz an der Kasse installiert und haben einen Drucksprüher für die Desinfektion beschafft.

Alle Räume waren schon immer gut belüftet und das Lüftungssystem liefert ausreichend Frischluft, um den Luftaustausch zu gewährleisten.

Das Kino hat normalerweise knapp 100 Sitzplätze, wieviele können Sie unter Corona-Bedingungen nutzen?

Wir haben jede zweite Sitzreihe gesperrt. Allerdings nicht über Flatterband, sondern elektronisch. Es gibt keine freie Platzwahl mehr, sondern jeder Besucher bekommt auf dem Ticket seinen Platz mit Reihe und Platznummer zugewiesen.

Familien können zusammen maximal sechs Plätze nebeneinander buchen, die drei Plätze links und rechts davon werden vom Reservierungssystem dann automatisch gesperrt.

Wirtschaftlich gesehen, wäre mir ein volles Kino lieber, aber es hilft uns mehr, wenn wir Corona unter Kontrolle haben und später weiter lockern können. Uns ist wichtig, dass wir alle Abstand wahren und gut durch die Pandemie kommen.

Welche Bedingungen gelten für den Kinobesuch noch?

Im Gebäude muss auf dem Weg von und zum Sitzplatz eine Mund-Nase-Maske getragen werden. Am Platz dürfen diese jedoch abgenommen werden.

Wann geht es in den Kinosälen in Neuenburg und Buggingen weiter?

Wir haben für Mitte Juli die Öffnung der beiden Kinos angepeilt. Es sind beides keine Startorte und wir müssen auch etwas zeigen können. Es ist wichtig, dass eine breite Auswahl an Filmen da ist. Das betrifft sowohl Blockbuster als auch „Kulturfilme“.

Als solides Familienunternehmen sind Sie bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, welche langfristigen Auswirkungen wird es für die Kinoszene geben?

Wir sind gut durch die Krise gekommen, weil wir relativ schlank aufgestellt sind. Eigentlich hatten wir für dieses Jahr einen Umbau geplant. Angedacht war, das Foyer zu vergrößern und eine Bühne einzubauen, um auch andere Veranstaltungen und Firmen-Events anbieten zu können. Das ist jetzt erstmal in die Ferne gerückt.

Insgesamt hat die Kinobranche sehr gelitten. Umfragen zufolge werden viele Kinos eine zweite Corona-Welle nicht überleben.  www.kino-muellheim.de

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