Müllheim Gegenwind für das „Tor zur Innenstadt“

Von Alexander Anlicker

Müllheim. Die Auggener Unternehmensgruppe Pebako plant unter dem Titel „Magnet Müllheim“ die Bebauung des an der Ecke Nussbaumallee/Schwarzwaldstraße gelegenen Areals des ehemaligen Autohauses Pfunder. Das im vergangenen September noch einstimmig befürwortete und als „Tor zur Innenstadt“ gelobte Bauprojekt hat nun Gegenwind bekommen.

Teile des Gemeinderats fürchten, dass sich das Projekt nicht finanzieren lasse und am Ende eine Bauruine dastehen könnte. So stimmten am Ende nur 16 von 23 Ratsmitgliedern für den Entwurf des Bebauungsplans „Nussbaumallee/Schwarzwaldstraße“. Bei neun Gegenstimmen wurde der Kenntnisnahme des Entwurfs des Vorhaben- und Erschließungsplans sowie der Durchführung einer erneuten Offenlage zugestimmt. Gleichzeitig beschloss das Gremium den Zusatz „Die Verwaltung wird beauftragt, aussagefähige Indizien zur subjektiven Leistungsfähigkeit einzuholen“, wie es die Freien Wähler in einem Antrag forderten.

Er halte die Gefahr einer Bauruine für gering, erläuterte Bürgermeister Martin Löffler. Auf dem rund 2274 Quadratmeter großen Areal ist eine sechsgeschossige Bebauung vorgesehen, erläuterte Stadtplanerin Julia Brocke vom Büro FSP-Stadtplanung. Geplante Nutzungen seien derzeit: Bäckerei und Sanitätshaus im Erdgeschoss, Fitness-Studio im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss, Seniorenwohnungen im zweiten Obergeschoss, Büros und Praxen im dritten Obergeschoss, Hotel im vierten Obergeschoss sowie ein Restaurant im Attika-Geschoss.

Die erforderlichen Stellplätze sollen alle in einer dreigeschossigen Tiefgarage untergebracht werden.

Die Planerin erläuterte die Ergebnisse der Offenlage. Aufgrund einer Kolonie des Großen Mausohrs in der Nachbarschaft soll das Untergeschoss im unteren Bereich beleuchtet werden, um Kollisionen mit Glasflächen zu vermeiden. Außerdem wurden die Regelungen zum zentrenrelevanten Einzelhandel konkretisiert. Beides macht eine erneute beschränkte Offenlage erforderlich.

Die Tiefgarage ist es, die Stadtrat Jürgen Nafz Anlass zur Sorge gibt: „Eine dreigeschossige Tiefgarage ist für mich nicht wirtschaftlich darstellbar.“

„Der Einwand von Herrn Nafz ist berechtigt, was die Tiefgarage angeht. Ich würde gerne eine Million Euro sparen und eine Parkdeck weglassen“, sagt Paul Peters, Geschäftsleiter der Pebako-Group. Auf der anderen Seite müssen 140 Stellplätze untergebracht werden. „Wir wollen im Erdgeschoss keine Parkplätze machen“, erläutert er mit Blick auf die offene Architektur. Das Projekt sei in langjähriger Zusammenarbeit mit der Stadt entstanden und solle an dieser Stelle das „Tor zur Stadt“ werden, ergänzte er.

Insgesamt habe das Projekt ein Volumen von rund 20 Millionen Euro, erläuterte Peters auf Nachfrage unserer Zeitung. Rund vier Millionen Euro seien bereits in Planung und Grunderwerb geflossen. Das Grundstück sei von der Projektgesellschaft komplett bezahlt worden und sei schuldenfrei, betonte Peters und ergänzt, dass dies auch für das von der Projektgesellschaft in Bad Bellingen verwirklichte Appartementhaus gelte.

Die Vorfinanzierung stehe, verweist Peters auf Verträge zur kurzfristigen Finanzierung der Bauphase mit der youmex AG aus Frankfurt sowie Verhandlungen mit der Deutschen Bank zur langfristigen Finanzierung. „Wir brauchen aber die Baugenehmigung, bevor wir die Finanzierung endgültig unterzeichnen“, ergänzt er und verweist auf sonst fällige Bereitstellungszinsen.

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