Müllheim „Im Netz wird immer mehr geklaut“

Lando van Herzog bezeichnet sich selbst als „moderner Jazzgeiger mit eigenem Ausdruck“. Foto: Horst Galuschka Foto: Weiler Zeitung

Als künstlerisches Multitalent ist Lando van Herzog in der Welt der Medien, Musik und TV-Shows zu Hause. Geboren wurde er in Müllheim, wo er trotz vieler Termine immer wieder vorbeischaut. Derzeit heißt seine wichtigste Mission „Project Fairplay“, ein kreatives Zeichen gegen den respektlosen Umgang mit geistigem Eigentum im digitalen Zeitalter.

Von Dorothee Philipp

Müllheim. Auf dem interdisziplinären Konzertalbum, das nach fünf Jahren Vorlaufzeit im vergangenen Sommer erschienen ist, äußern sich viele bekannte Künstlerpersönlichkeiten von Marianne Rosenberg über Hella von Sinnen bis zu Christoph Maria Herbst und Till Brönner mit den unterschiedlichsten Stilmitteln von Ton, Bild und Wort zu dem Thema.

Existenz der Kreativen in Gefahr

„Im Netz wird immer mehr geklaut“, sagt Lando van Herzog im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn die Schöpfer geistiger Werke nicht mehr entsprechend entlohnt werden, gerate die Existenz der kreativ Schaffenden in Gefahr. Aber vor die Gerichte ziehen, bringe da wenig. Deswegen wolle er mit spielerischen Mitteln versuchen, ein breiteres Bewusstsein zu schaffen für den Wert von geistigem Eigentum.

Der erhobene Zeigefinger liegt dem Künstler nicht, da muss es andere Wege geben, um eine Botschaft positiv und dauerhaft ins Gespräch zu bringen. Als Erfolg sieht Lando van Herzog es schon, wenn sich Zeitungen, Magazine, Radiosender oder das Fernsehen für das Thema interessieren und der Schutz von geistigem Eigentum im Digitalzeitalter an Schulen thematisiert wird.

Gebürtiger Müllheimer

in Medien präsent

Geboren und aufgewachsen in Müllheim hat er an der Staatlichen Musikhochschule Köln Jazzgesang und Jazzvioline studiert. Als Solist, Komponist und Produzent realisierte Lando van Herzog zahllose Show-Events. Man kennt ihn aus Talkshows, man kennt ihn als Geiger, der mit dem legendären Zipflo Reinhardt in regem künstlerischem Austausch steht, er ist präsent im Fernsehen, bei Mode-Events, hat sich als Bildender Künstler einen Namen gemacht und betreibt ein eigenes Musik-Label. Lando van Herzog ist ein kreatives Allround-Talent, das man in keine Schublade stecken kann. Er ist überzeugt, dass man mit Musik kritische Inhalte transportieren kann, hat auch für die Occupy-Bewegung einen Song produziert, der dann auf den Großkundgebungen von Attac gespielt wurde.

„Ich persönlich liebe Hochglanz-Pop“, sagt er. Müllheim sei seine originäre Heimat, hier habe er bis zu seinem 18. Lebensjahr gelebt. Seine ersten Schritte in die Kulturwelt begannen im Markgräfler Gymnasium, an den Kunstunterricht dort erinnert er sich noch gerne. Auch Alemannisch verstehe er gut, auch wenn er es selbst nicht spricht. Da seine Mutter noch in Müllheim wohnt, komme er öfter zu Besuch. Dann schwärmt er von langen Spaziergängen durch die Weinberge und den Eichwald. Wenn er sich aber gemütlich in ein Café setzen möchte, ist ihm Neuenburg lieber. In Müllheim sei das gesellschaftliche Leben doch sehr ruhig, meint er.

Er liebt Hochglanzpop – und Kraftsport

Lando van Herzog ist stolz darauf, die Violine in die Popmusik eingeführt zu haben. Er selbst bezeichnet sich als „moderner Jazzgeiger mit eigenem Ausdruck“. Seinem Körper widmet er sehr viel Aufmerksamkeit: Der Kontrast seiner muskelbepackten Oberarme zur fragilen Violine hat etwas umwerfend Attraktives. Dafür geht er täglich frühmorgens ins Studio. „Die Arbeit im Fitnessstudio ist für mich körperliche Meditation“, sagt er.

 www.project-fairplay.com; www.lando-van-herzog.com

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