Müllheim Marschieren für den Frieden

Weiler Zeitung, 18.04.2017 23:11 Uhr

Demo für den Frieden: Rund 400 Menschen nahmen am traditionellen Ostermarsch in Müllheim teil, zu dem Friedensrat Markgräflerland und DGB Markgräflerland aufgerufen hatten.

Müllheim. Friedensaktivisten aus der ganzen Region versammelten sich vor der Kaserne der Deutsch-Französischen-Brigade in Müllheim, um ihren Protest deutlich zu machen. Sie machten sich „Für eine menschliche Welt in Frieden!“ und „Entschieden gegen rechts!“ stark.

Uli Rodewald, der Sprecher des Friedensrats, verlas eine Grußadresse des Rüstungskritikers Jürgen Gräßlin. Darin wurde auf „die kriegerische Funktion der Deutsch-Französischen Brigade“ verwiesen und die Forderung laut, dass die Brigade aufgelöst werden müsse. Harsche Kritik gab es auch am Rüstungskonzern Rheinmetall in Neuenburg, der nach Gräßlins Worten „skrupellos Kriegswaffen an menschenrechtsverletzende und kriegsführende Staaten exportiert“.

Anne-Katrin Vetter vom Friedensrat überbrachte den Gruß des Liedermachers Konstantin Wecker an die Ostermarschierer. Er äußerte ebenso heftige Kritik an militärischen Eingriffen: „Ich misstraue entschieden der Fiktion, mehr Menschlichkeit ließe sich durch unmenschliche Kriege herbeibomben.“ Nichts habe dem Terror mehr Nahrung gegeben als gerade der „blindwütige War on Terror“ der vergangenen 16 Jahre, ist die Ansicht des Liedermachers. Auch die „entsetzliche Wiederkehr rechtsradikalen Gedankenguts in Europa“ habe mit „profitgetriebener Kriegspolitik zu tun“, so der Standpunkt von Konstantin Wecker.

Nach den Grußworten ließen die Aktivisten zum Lied „Traum vom Frieden“ von Hannes Wader Ballons in die Luft steigen: blaue mit der Friedenstaube und rote vom DGB. „Sie trugen den Wunsch nach Frieden über Müllheim hinaus“, heißt es in der Pressemitteilung des Friedensrats.

Dann setzten sich die Demonstranten, ausgestattet mit Fahnen und Spruchbändern, in Bewegung. Auf ihrem Ostermarsch durch die Stadt machten sie lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam: immer wieder waren die Forderung nach „Frieden schaffen ohne Waffen“ und ein schrilles „Wir pfeifen auf eure Kriege!“zu hören.

Ziel des Ostermarschs war der Marktplatz, wo die Teilnehmer von Musikern aus dem Roma Büro Freiburg begrüßt wurden. Uli Rodewald verwies bei der anschließenden Kundgebung „auf die drastischen Veränderungen in der deutschen Politik in den vergangenen 20 Jahren“: Mit dem Eintritt in den Krieg um Jugoslawien unter einer Rot/Grünen-Regierung habe sich Deutschland von der Maxime ’Nie wieder Krieg!’ verabschiedet „und sich für eine gewalttätige Politik entschieden“, prangerte er an. Um zu einer Politik des Friedens zu kommen, sei das Engagement der Vielen nötig, lautete sein Aufruf.