Müllheim Photovoltaik-Zielvorgabe bis 2026

Alexander Anlicker
Bis 2026 sollen auf allen geeigneten städtischen Dächern Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Foto: /schropferoval

Der Ausbau der Photovoltaik ist neues Dauerthema im Müllheimer Gemeinderat. Die Fraktion der Grünen forderte den Ausbau der Photovoltaik auf stadteigenen Dächern bis zum Jahr 2026.

Bereits im Zuge der Haushaltsberatungen hat die grüne Stadtratsfraktion gefordert, ein externes Büro mit der Suche nach geeigneten Dachflächen und der Planung von PV-Anlagen zu beauftragen. Die Verwaltung hatte dagegen argumentiert, dass das Baudezernat dann immer noch die Unterlagen bereitstellen müsste und keine Kapazitäten habe.

Jetzt hatten die Grünen eine konkrete Zielvorgabe für Photovoltaik auf städtischen Gebäuden beantragt. Der Antrag für Freiflächen wurde zurückgezogen, nachdem Bürgermeister Martin Löffler versichert hatte, dass die Stadt keine geeigneten Flächen habe.

Die Grünen beantragten bis Ende 2026 alle Dächer der stadteigenen Gebäude, die sich dafür eignen, mit PV-Anlagen zu bestücken oder bestücken zu lassen.

Drei oder vier Dächer pro Jahr sind realistisch

„Die Zielvorgabe ist in unserem Sinne“, sagte Bürgermeister Martin Löffler wollte aber wissen, was mit „geeignet“ gemeint sei. Zielvorgaben müssten laut Löffler „Smart“ – spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert – sein. Realistisch sei laut Löffler drei oder vier Dächer pro Jahr auszustatten, aber auch nur dann, wenn die Dächer nicht vorher saniert werden müssten.

Auf die Nachfrage des Bürgermeisters spezifizierte Grünen-Stadtrat Eckhard Philipps den Begriff „geeignet“ wie folgt: „Das Dach darf nicht stark verschattet sein, es sollte Süd oder Ost-West Ausrichtung haben. Denkmalgeschützte Gebäude/-Dächer stellen eine Sonderproblematik dar und sollten nicht zuerst angegangen werden. Die prinzipielle Eignung ermöglicht eine Einteilung in sehr gut bis bedingt geeignete Flächen.“

Ein relativ neues Sattel-Dach mit Ost-West oder noch besser Südausrichtung ist mit Ziegeln gedeckt und gut erreichbar hat oberste Priorität. Wenn die Dachfläche groß genug ist und die Stromnutzung über Eigenverbrauch oder der Abfluss über bestehendes Netz ohne weitere Maßnahmen möglich ist, dann könne mit wenig Aufwand rasch bestellt und noch 2023 installiert werden.

Zweite Priorität hätten laut Philipps die Dachflächen mit gleichen Bedingungen, wo aber zunächst das Stromnetz ertüchtigt werden müsse.

Dritte Priorität wäre bei Dächern die groß genug aber sanierungsbedürftig seien. Hier sollte die Dachsanierung vorangetrieben werden und nach Abschluss der Dachsanierung die PV-Anlage bestellt und installiert werden.

„Wir haben den Willen und wir untersuchen die Dächer. Bei jedem Projekt planen wir eine Anlage mit“, betonte Baudezernentin Franka Häußler.

Das Thema Brandschutz ist ein Hindernis

Es gehe aber nicht nur darum die Statik zu prüfen sondern auch darum zu klären, wo der Technikraum untergebracht wird und wie es um den Brandschutz steht, erklärte sie und verweist auf die 98 Gebäude im Bestand der Stadt. Davon hätten bereits zehn eine PV-Anlage. Der Beigeordnete und Finanzdezernent Günter Danksin verwies zudem darauf, dass eine Dachsanierung Zeit und Geld koste. Die Frage sei, ob diese ohnehin gemacht oder vorgezogen werden muss.

Ein großer Teil der CDU-Fraktion enthielt sich

Letztlich stimmte der Gemeinderat knapp mit acht Ja- zu sieben Nein-Stimmen für den Antrag der Grünen. Neun Stadträte, darunter fast die gesamte CDU-Fraktion, enthielten sich, da sie sich zusätzliche Informationen gewünscht haben.

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