Müllheim Schneller, bürgernäher und leistungsfähiger

Volker Münch
Bei einer kleinen Jubiläumsfeier erinnerte sich der Initiator und „Vater de Gemeindeverwaltungsverbandes“, der ehemalige Müllheimer Bürgermeister Hanspeter Sänger im Gespräch mit seinem Nachfolger Martin Löffler an die Anfänge. Foto: Volker Münch

Der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler besteht seit 50 Jahren. Bei einer kleinen Feierstunde erinnerte sich der Initiator und ehemalige Müllheimer Bürgermeister Hanspeter Sänger an die Anfänge.

Seit einigen Monaten steht die Zukunft des Gemeindeverwaltungsverbandes Müllheim-Badenweiler (GVV) zur Disposition. Diese Untere Verwaltungsbehörde soll, nachdem Müllheim vermutlich im Jahr 2027 zur großen Kreisstadt erhoben werden wird, zu Beginn des Jahres 2026 in eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft überführt werden. Damit wird sich der Zeitplan um ein Jahr verschieben, berichtet der heutige Verbandsvorsitzende und Mülleimer Bürgermeister Martin Löffler.

Rückblick

Doch wie kam es damals zum Gemeindeverwaltungsverband? Darüber sprach Löffler mit dem Initiator und „Vater des GVV“, Müllheims ehemaligen Bürgermeister und heutigem Ehrenbürger Hanspeter Sänger. „Als ich als frisch gewählter Bürgermeister nach Müllheim kam, stand bereits die Auflösung des Landkreises Müllheim fest. Das war für uns ein Alarmzeichen für den Verlust wichtiger Verwaltungsleistungen“, erinnerte sich Sänger. Das war die Konsequenz der umfassenden Gemeinde- und Kreisreform Anfang der 1970er-Jahre, bei der Kommunen und frühere Landkreise zwangsweise zu größeren Kommunen und Landkreisen verschmolzen wurden. „Wir rechneten mit vielen weiteren Einschnitten und mit weiten Wegen für die Bürger, weil alles nach Freiburg transferiert werden sollte“, erzählt Sänger. Das betraf in den Folgejahren das staatliche Forstamt, das Landwirtschaftsamt, die trotz anderslautenden Versprechungen der Landespolitik den Standort Müllheim im Laufe der Jahre verließen. „Der Aderlass der Gemeinden wie hier in Müllheim war gravierend“, sagte Sänger. „Es ging damals entweder um einen GVV oder um eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft“, sagte Sänger weiter. Seine Priorität lag übrigens bei der Verwaltungsgemeinschaft. Als damals der amtierende Regierungspräsident Hermann Person sich wegen der Bedeutung Badenweilers als Staatsbad für eine gewichtigere Rolle des Kurorts in einer neuen Institution einsetzte, wählten die beteiligten Kommunen die Einrichtung des GVV als Form für eine gemeinsame Verwaltungsbehörde.

Für Sänger ist die bevorstehende Umwandlung des GVV zu einer Verwaltungsgemeinschaft ein konsequenter Schritt in die Zukunft, der den Vertragsgemeinden eine Fülle von Dienstleistungen vor Ort weiterhin ermögliche. „Wir waren schneller, bürgernäher und leistungsfähiger als das neugebildete Landratsamt. Und das gilt bis heute“, betonte Sänger. Wenig Verständnis zeigt Sänger für das Ausscheren Buggingens aus dem GVV. „Ich erinnere daran, was der GVV alles für Buggingen geleistet hat“, unterstrich der ehemalige Verbandsvorsitzende und verwies beispielsweise auf die Auseinandersetzung mit dem Regionalverband, der eine Ansiedlung der Gewerbebetriebe entlang der Bundesstraße zugunsten einer Konzentration auf dem Kali-Gelände untersagen wollte. „Wir haben uns im Sinne der Betriebe, die sich seither präsentieren können, und der Gemeinde durchgesetzt“, betont Sänger.

Ausblick

Vor dem Gespräch hielt der heutige Verbandsvorsitzende Martin Löffler einen kurzen Rückblick und beschrieb den aktuellen Zeitplan, den GVV zum Start ins Jahr 2026 in eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft zu überführen. Bis dahin will Buggingen den GVV verlassen haben und sich einer anderen Verwaltungsgemeinschaft anschließen. Den bisherigen Absichtserklärungen zufolge wollen sich die übrigen Mitgliedsgemeinden Auggen, Badenweiler und Sulzburg in eine neue Verwaltungsgemeinschaft einbringen. Außerdem werden entsprechende Gespräche mit der Nachbarstadt Neuenburg am Rhein geführt – allerdings noch mit offenem Ergebnis.

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