Müllheim Schulte: „Wohnen ist mehr als hausen“

Weiler Zeitung
Fritz Deutschmann (2.v.r.) und Norbert Luginsland (2.v.l) sind aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Neue Aufsichtsräte sind Schliengens Bürgermeister Christian Renkert (r.) und Philipp Menny. Foto: Alexander Anlicker

Markgräflerland (anl). 1354 Mietwohnungen hat die Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland in ihrem Bestand. Die jüngsten 31 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Bad Bellingen in der Petit-Landau-Straße 22 bezogen. Das architektonisch ansprechende Gebäude entspricht so gar nicht dem Bild von klassischen Mietskasernen. „Wohnen ist mehr als hausen oder ein Dach über dem Kopf“, betonte der Geschäftsführer der Baugenossenschaft, Klaus Schulte, am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung.

Der Alltag im Betrieb sei durch Corona belastet, berichtete Geschäftsführer Schulte. Auch die Genossenschaft sei von Zugangsbeschränkungen, Home-Office, Kurzarbeit und Maskenpflicht betroffen. Er lobte insbesondere die Mitarbeiter als auch die Mieter für deren Verhalten in der Krise. Zusammen sei man gut durch das Jahr gekommen. Nur vereinzelt hätten Mieten gestundet werden müssen. Es habe nur wenige Spannungen in Hausgemeinschaften gegeben, zur Zeit als die Kinder auch tagsüber zuhause waren.

Rahmenbedingungen

In seinem Geschäftsbericht wies Schulte auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin. Zwar sei das Jahr 2021 von einer deutlichen Erholung gekennzeichnet. Allerdings gebe es große Probleme mit Lieferengpässen bei Baustellen durch die anziehende Bautätigkeit. Hinzu kämen steigende Preise. Sorgen bereite ihm die derzeitige Inflationsrate von 4,1 Prozent im zweiten Quartal. „Die Preise für Wohneigentum sind pervers durch die Decke gegangen“, stellte er fest.

Schulte verwies auf die Zahlen des statistischen Bundesamts. Einem Bedarf von 140 000 preisgünstigen Mietwohnungen pro Jahr stünden gerade einmal 90 000 Fertigstellungen gegenüber. Schulte sprach auch die steigenden Energiekosten an, welche die Mieter belasten. Allein der Strompreis sei in den vergangenen 20 Jahren um 123 Prozent gestiegen, sagte er.

Bilanz

Die Bilanz im Jahr 2020 war von Wachstum geprägt, stellte Schulte fest. Das Anlagevermögen erhöhte sich um knapp vier Millionen Euro auf rund 66,5 Millionen Euro, die Eigenkapitalsumme erhöhte sich um knapp 3,4 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro.

Modernisierung

Das Modernisierungsprogramm 2020 wurde coronabedingt in das Jahr 2021 verschoben. Aktuell sind nur noch knapp sieben Prozent des Wohnungsbestands unsaniert. Knapp 20 Prozent sind neuwertig und rund 60 Prozent entsprechen nach energetischer Sanierung sogar Neubaustandard.

Wahlen

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Waltraud Kannen einstimmig wiedergewählt. Norbert Luginsland, der von 1994 bis 2015 dem Vorstand und seither dem Aufsichtsrat angehört hatte, hat aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Auch der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Fritz Deutschmann ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden, da er als Bürgermeister a.D. keine aktive Rolle in einem Aufsichtsrat mehr übernehmenwill.

Für Luginsland und Deutschmann rückten Schliengens Bürgermeister Christian Rendert und der Unternehmer Philipp Menny aus Badenweiler nach.

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