Müllheim Urbane Landschaften

Patrick Luetzelschwab: Haltingen, 4 Farb Siebdruck, 2016                                   Foto: zVg/Luetzelschwab Foto: Weiler Zeitung

Müllheim (fd). Die Ausstellung „Zeitwerke“ von Patrick Luetzelschwab aus Weil am Rhein zeigt eine Auswahl seiner Siebdruckarbeiten aus den letzten 13 Jahren. Sie ist ab 29. Mai im Museum Müllheim anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Stiftung der Sparkasse Markgräflerland zur Förderung von Kunst und Kultur zu sehen.

Seine erste museale Einzelausstellung versammelt urbane Landschaften: Gleise, Industriebrachen, menschenleere oder verlassene Orte, Grenzgebiete im Dreiländereck des Oberrheins, zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Es sind Orte, die, ähnlich wie in der Landschaftsmalerei, Stimmungen vermitteln und in denen sich für Luetzelschwab Vergangenheit und Gegenwart verbinden.

Das Ausgangsmedium für seine Siebdrucke bildet die Fotografie. Durch digitale Bildbearbeitung werden die Fotos auf reine Schwarz- und Weiß-Werte reduziert und mittels analoger Technik in Druckvorlagen transformiert. Die auf Holzgrund oder Leinwand gedruckten Fotografien werden anschließend malerisch bearbeitet. Der gesamte Arbeitsprozess, von der Fotografie bis zur Siebbelichtung und zum finalen Druckvorgang, wird meist vom Künstler selbst in seinem Atelier im Kesselhaus Weil am Rhein realisiert.

Die Ausstellung beginnt mit den jüngsten Arbeiten, in denen der Künstler grobe Raster benutzt, die den Bildern eine Pixelstruktur verleihen. Die Wahl der klassischen Offset-Druck-Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CYMK) verstärkt die Assoziation digital produzierter Bilder, obwohl diese manuell hergestellt wurden.

Andere Arbeiten wiederum basieren auf einer ganz feinen, kaum wahrnehmbaren Rasterung und integrieren Zufälle oder Druckfehler wie weiß gebliebene Stellen in den Bildaufbau. Häufig bedient sich der Künstler Mischtechniken und baut mit der Spraydose realisierte Hintergründe oder Aquarell-/Collagetechniken in seine Bildkompositionen ein. So benutzt er beispielsweise einen in der Landschaft vorgefundenen Drahtzaun als Schablone oder montiert ein Portrait seiner Tochter in eine einsame Landschaft. Ähnlich wie in der digitalen Bildbearbeitung werden durch die verschiedenen Bildebenen Perspektive und räumliche Tiefe erzeugt.

Besonders in den älteren Arbeiten, welche am Ende des Ausstellungsrundgangs platziert sind, wird der Bezug des Künstlers zur Graffitiszene deutlich, mit welcher er zu Beginn der 1990er Jahre in Kontakt kam. Die Siebdrucke der Serie Schichtwerk zeigen ein verlassenes Industriedenkmal, welches von Sprayern eingenommen wurde. „Life is a blind date“ ist da beispielsweise an einer Wand zu lesen. In dieser Industrielandschaft vermischen sich vorgefundene, reale Motive mit fiktiven Elementen, die der Künstler ins Bild montiert: eigene Graffitis, zwei Möwen, eine winzige menschliche Gestalt oder das Markgräfler Wappen.   29. Mai bis 4. Oktober

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