Müllheim Viele Wünsche für Bahnhof

Bei der Dialogveranstaltung wurde unter anderem vorgeschlagen, die Überdachung des Bahnsteigs für die Nachwelt zu erhalten. Foto: Alexander Anlicker

Müllheim - Die Bahn greift einige Ideen aus der Dialog- und Planungswerkstatt Ende September in Müllheim auf. Diesen Eindruck hat zumindest Bürgermeister Martin Löffler im Schriftverkehr mit Christoph Klenert, Beauftragter für Außenbeziehungen im Großprojekt Karlsruhe-Basel der Bahn, gewonnen. Baudezernentin Franka Häußler hat in der jüngsten Sitzung des Müllheimer Gemeinderats die bei der Dialogveranstaltung der Bahn im September von Bürgern und Organisationen eingebrachten Ideen aus Sicht der Stadt vorgestellt und bewertet.

Zur Sprache kam dabei das Thema Aufzug und Rampe auf der Ostseite der Bahngleise. „Es braucht beides“, fasste Bürgermeister Löffler zusammen. Er hatte sich in der Zwischenzeit per Videokonferenz mit Vertretern der Verbände für Menschen mit Behinderung unterhalten. „Mich hat beeindruckt, dass die Behindertenvertreter so klar waren. Es gibt Menschen mit Behinderung die können mit einer Rampe nichts anfangen und welche, die nicht mit einem Aufzug können“, sagte Löffler. Letztlich braucht es dafür Platz, um die Bushaltestelle um acht Meter nach Osten zu verschieben, erklärte Löffler.

Die Vorstellung und Bewertung der Ergebnisse der Dialog- und Planungswerkstatt war bereits mehrfach vom Gemeinderat eingefordert worden. Baudezernentin Häußler fasste die Anregungen aus der Dialogveranstaltung zu verschiedenen Themenblöcken zusammen.

Schallschutzwände

Hier haben die Bürger insbesondere eine Begrünung gewünscht und Ideen vorgebracht. Die Begrünung sei bereits im Planfeststellungsbeschluss enthalten und Teil des landschaftspflegerischen Begleitplans. Auch Baumpflanzungen entlang der Schallschutzwände seien überall dort vorgesehen, wo ausreichend Platz dafür vorhanden sei. Wichtig war den Bürgern auch die Blickbeziehung zu den Bahnsteigen sowie von den Bahnsteigen zur Bushaltestelle und den Parkplätzen. Überall dort, wo Fußwege die Mauer entlang führen, seien transparente Flächen vorgesehen, berichtete Häußler.

Darüber hinaus ging es um das Material der Schallschutzwände. Fest steht bislang, dass dort, wo die Schallschutzwände 6,50 Meter hoch sein müssen, Holzbetonwände nötig seien. Offen sei die Farbgebung.

Was die Gestaltung der Schallschutzwände von der Bahnsteigseite angeht, wurde seitens der Bürger ein Wiedererkennungseffekt gewünscht. Vorgeschlagen wurde, auf den Wänden die Höhenzüge von Schwarzwald und Vogesen abzubilden. Dies sei, nach Auskunft der Bahn, machbar, berichtete Häußler.

Bahnhofsgebäude

Den Bürgern ging es beim Bahnhofsgebäude unter anderem um die Aufenthaltsqualität und einen beheizbaren Warteraum. Letzteren habe die Bahn zwar noch nicht in ihre Planung aufgenommen, aber versprochen, so zu planen und zu bauen, dass dieser auch mit wenig Aufwand nachgerüstet werden könne.

Aufgegriffen wurde der Gestaltungsvorschlag für das Gebäude mit einem dünnen Dachrand und einer großen Holzfläche.

Ebenfalls von den Bahnplanern aufgegriffen wurde der Vorschlag, auf dem Dach des Bahnhofsgebäudes sowie bei der Überdachung des Fahrradbereichs und des Busbahnhofs Fotovoltaik-Anlagen einzuplanen. Offen sei jedoch noch die Unterbringung des dafür nötigen Technikraums.

Von den Bürgern wurden WLAN und Handyladestationen im Bahnhof gewünscht. Bei diesem Thema gebe es im Moment keine Zeitnot.

Fahrgastlenkung

Die Christophorusgemeinschaft hatte in der Dialogveranstaltung ein elektronische Fahrplananzeige sowie ein Farbleitsystem zur Orientierung vorgeschlagen. Die elektronische Fahrplananzeige ist bereits vorgesehen, über das Farbleitssystem werde im weiteren Verfahren diskutiert.

Bahnsteig

Neben einem beheizten Warteraum im Bahnhofsgebäude wurden auch ausreichend windgeschützte Bereiche (Windfänge) auf den Bahnsteigen gewünscht. Darüber hinaus war angeregt worden, die bestehende Überdachung des Bahnsteigs als historisches Bauwerk zu erhalten.

Fahrradbelange

Gewünscht wurde ein Fahrradzugang zu jedem Gleis. Dies sei bei der aktuellen Planung auch vorgesehen, berichtete Häußler. Angeregt wurde auch die bestehende Güterhalle auf der Westseite der Bahntrasse künftig als Radparkhaus zu nutzen. Ferner wurde vorgeschlagen, im Bahnhofsbereich Rad- und Fußweg zu trennen. Hier hielt die Baudezernentin entgegen, dass entlang des Klemmbachs ein kombinierter Rad- und Fußweg vorhanden ist. Da sei es wenig sinnvoll, dies auf den letzten Metern zu trennen.

Verkehrsführung

Vorgeschlagen wurde auch die Eisenbahnstraße zur Einbahnstraße umzuwandeln. Dies wäre Thema eines Verkehrsgutachtens, sagte Häußler. Für das direkte Bahnhofsumfeld habe die Stadt dieses bereits in Auftrag gegeben, erklärte sie auf Nachfrage von CDU-Stadtrat Michael Herbstritt. Für das größere Umfeld sei noch keine Untersuchung in Auftrag gegeben.

„Da drängt die Zeit auch nicht“, ergänzte Bürgermeister Löffler.

Nicht eingegangen ist Häußler auf die von der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (Agus) vorgeschlagene Tieferlegung des Bahnhofsvorplatzes. Dafür gebe es keine Chance zur Realisierung.

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