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Neuenburg am Rhein Der Bürgermeister wird zum Komplizen

Alexander Anlicker
Der Hausmeister bringt die verschwundene Leiche. Foto: Alexander Anlicker

Restlos ausverkauft waren die beiden Aufführungen von „Meine Leiche – deine Leiche“ im Neuenburger Stadthaus. Die zwölfköpfige Schauspieltruppe der Markgräfler Lachbühne für reichlich Wirbel auf der Bühne.

Bei der Aufführung am Samstag waren es sogar 13 Akteure, denn auch Neuenburgs Bürgermeister Jens Fondy-Langela bekam eine kleine Nebenrolle. Regisseur Peter Steinbeck hat das Stück aus der Feder von Christine Steinwasser nicht nur in alemannische Mundart umgeschrieben, sondern auch den Akteuren die Dialoge auf den Leib geschrieben.

Der Industrielle Albrecht Greifenbrecht (Alfons Klingele) ist ein Ekel, wie er im Buche steht. „Alli Mensche sind gliich, zumindest mir“, lautet sein Credo. Der Choleriker schikaniert Familie und Mitarbeiter gleichermaßen.

Ehefrau Charlotte (Beate Berger), Tochter Dietlinde (Mathea Scheidt), Schwester Felicitas (Beate Berger), Geschäftspartnerin Hermine Gräfin von Schmierstein (Damaris Zindler) und Buchhalter Gottfried Klinger (Hannes Weber) – sie alle würden den Despoten lieber tot sehen. Kein Wunder, dass er zu Beginn des zweiten Aktes tot im Bürostuhl liegt.

Nachdem Greifenbrecht (Klingele) im ersten Akt mächtig los poltert, dass man meint seine Stimme müsste bald versagen, kann er dann im zweiten und dritten Akt seine Stimme schonen, muss dann allerdings körperlich einiges einstecken.

Der fröhlich singende Hausmeister Horst Moosgruber (Stefan Riesterer) findet mit seiner auszubildenden Yvonne Spitzer (Celine Berger) die Leiche des Industriellen und alarmiert die Polizei, die in Person von Kommissar Ingo Irre (Stefan Scheidt) und Kriminalassistent Walter Denkste (Roland Kappeler) am Tatort erscheint. Doch die Leiche ist verschwunden. Wie in Alfred Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“ versucht jeder die Leiche irgendwie loszuwerden. Er wird an den Füßen von der Bühne geschleift, wieder zurückgebracht. Dann versucht Ehefrau Charlotte die Leiche in einen großen Weidenkorb zu packen. Alleine ist das unmöglich, so muss bei der Aufführung am Samstagabend Neuenburgs Bürgermeister Jens Fondy-Langela mit anpacken. Gemeinsam wird diese in den Korb verfrachtet und als Sperrmüll gekennzeichnet.

Zwischendurch wird die Leiche zur „Marionette“ als die Sekretärin Marlene Eisendorf (Anja Hamburger) dem Chef ihre Liebe gesteht und sich der Buchhalter hinter der Leiche versteckt.

Der Kommissar und sein Assistent haben schnell zwei Verdächtige ausgemacht, allerdings hegten ausgerechnet diesen keinen Groll gegen den Chef. Am Ende gibt es eine Reihe von Geständnissen – und eine überraschende Todesursache.

Einmal mehr begeisterte die Lachbühne ihr Publikum, dass – der Name ist Programm – viel zu Lachen hatte. Steinbeck hatte den Akteuren viele lustige und böse Zitate in den Mund gelegt, wie „Effizienz ist die Faulheit der Intelligenten“ oder „ Verstand ist ihr geringstes Vermögen“.

Eine Bereicherung für die Schauspieltruppe sind auch die beiden Neuzugänge Hannes Weber und Stefan Riesterer, die ihr Bühnendebüt gaben. Riesterer setzte als volksliedschmetternder Hausmeister einen besonderen Akzent.

Hinter der Bühne wirkten Souffleuse Mechthild Merle, Elvira Lienhard in der Maske sowie in der Technik Philipp Müller und Julian Scheidt. Für die Organisation sorgte der Vorsitzende des Vereins, Bernd Merle.

Steinbeck bedankte sich bei der Stadt Neuenburg, die das Stadthaus für einen Abend kostenlos zur Verfügung stellte. Der Erlös der Auftritte wird von der Theatergruppe einmal mehr vollumfänglich gespendet. Nutznießer sind das Kinderhospiz Tigerherz in Freiburg, das Frauenhaus in Lörrach und das Haus Engels in Hertingen, berichten Steinbeck und Merle.

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