Neuenburg am Rhein Übergriffe spielen sich im Digitalen ab

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Theaterleiterin, Schauspieler, Stadtjugendpfleger und Vertreter der örtlichen Kiwanis-Clubs als Sponsoren tauschen sich über die Wichtigkeit des Präventionsstücks aus. Foto: zVg/Susanne Göhner

Das Lörracher Theater Tempus fugit tritt mit dem Präventionsprojekt „My Space“ vor Schülern der Mathias-von-Neuenburg-Schule auf.

Zwei siebte Klassen des Neuenburger Schulverbunds konnten das Präventionsprojekt „My Space“ diese Woche erleben. In „My Space“ geht es vor allem darum, die Person zu stärken, sich ihrer eigenen Wünsche und Ziele bewusst zu werden und zu lernen: „Mein Körper gehört mir“. Thema sei, dass Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie eigene Grenzen klären, setzen und auch verteidigen können.

Und es geht auch darum, dass sie lernen, wie sie zwischen guten und schlechten Erfahrungen unterscheiden und wo sie im Einzelfall bei Grenzüberschreitungen Hilfe holen und bekommen können.

Mobbing, sexualisierte Gewalt, körperliche Übergriffe – immer früher werden Kinder und Jugendliche mit diesen Themen konfrontiert. Und verstärkt spielen sich diese Themen im Digitalen ab, heißt es in einer Mitteilung von Tempus fugit. Zu nennen sind hier auch die sogenannten Interaktionsrisiken im Netz: Cybergrooming (Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet), missbräuchliches Sexting (ungewollte Verbreitung von Filmen oder Fotos mit selbstgefertigten sexuellen Darstellungen von sich) oder die ungewollte Konfrontation mit Pornografie.

Karin Maßen, Leiterin des Theaters Tempus fugit führt an, dass die Fähigkeit, sich auszutauschen, sich zu konfrontieren mit Menschen, die andere Meinungen haben, zurückgehe. Dies mache es zunehmend schwieriger, überhaupt über Sexualität zu sprechen. Hier bietet „My space“ mit seiner Niederschwelligkeit einen guten Ansatz.

Die meisten Konflikte laufen, erklärt Wolfgang Gerbig vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Neuenburg am Rhein sowie Schulsozialarbeiter an der Mathias-von-Neuenburg Schule, nicht in der direkten Begegnung, sondern über die digitalen Medien ab.

Gerade der direkt an das Stück anknüpfenden Nachbesprechung in Kleingruppen kommt bei „My Space“ eine große Bedeutung zu. Hier können die Jugendlichen konkret erfahren, wo sie sich – so nötig – Hilfe holen können und erleben so auch, wie man aus einer passiven Haltung heraustreten und selbst aktiv werden kann. Das kann an der betreffenden Schule selbst oder an entsprechenden Kinder- und Jugendschutzinstitutionen in der Region sein.

Seit vielen Jahren ermöglicht es die Unterstützung der Kiwanis-Clubs Badenweiler-Müllheim und Neuenburg-Markgräflerland sowie Minerva Markgräflerland dem Theater Tempus fugit das Präventionstheater „Das ist My Space“ aufzuführen.

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