Neuenburg Aus alt mach neu

Aus dem Thermalsportbad Steinenstadt soll ein Kinder- und Familien-Thermalsportbad werden. Die Pläne für die bevorstehende Sanierung wurde dem Gemeinderat Neuenburg vorgestellt.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein . Die Wasserfläche wird vergrößert, der Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich durch eine Mauer getrennt und es gibt einen neuen Sprungbereich mit Ein-Meter-Sprungbrett und Drei-Meter-Turm – letzterer ohne Brett, weil die Beckentiefe sonst nicht ausreicht. Hinzu soll zur vorhandenen Kinderrutsche zusätzlich eine breite Wellenrutsche kommen.

Bei den Gebäuden wird sich baulich nicht viel verändern, erläuterten die Planer Till Bethe vom Büro „ist Energieplan“ in Müllheim und Jörn Tamm vom Architekturbüro Bauraum in Konstanz. Der Kiosk bekommt eine zusätzliche Ausgabemöglichkeit nach Süden hin. Zudem werden die Duschen im Zuge der Erneuerung der Warmwasseraufbereitung mit erneuert.

Schwimmbecken im Fokus

Die Sanierungsarbeiten erstrecken sich im Wesentlichen auf die Becken und die Wasseraufbereitung. Da der Beton der Becken in guten Zustand ist, wird hauptsächlich auf das vorhandene Becken aufgebaut. Im Nichtschwimmerbereich muss der Boden etwas angehoben werden, da die vorhandene tieferliegende Überlaufrinne verschwindet und das Becken künftig bis oben gefüllt wird. Zudem wird der Nichtschwimmerbereich nach Osten hin etwas vergrößert, wo auch die beiden Rutschen platziert werden. Um eine 25-Meter-Bahn zu erhalten wird das Becken zudem auf der Südseite vergrößert. Außerdem wird es auf der Südostseite verbreitert, um dort den Sprungbereich unterzubringen. Das Becken bekommt wie bisher eine Abdichtung mit Kunststofffolie, und auch die Wellenrutsche ist eine Kunststoff-Ausführung.

Komplett erneuert wird die Wasseraufbereitung mit künftig zwei getrennten Kreisläufen für das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. Obwohl beide Becken über einen schmalen Durchgang miteinander verbunden sind, lässt sich so im Nichtschwimmerbecken eine um zwei Grad Celsius höhere Wassertemperatur erreichen.

Bis Ende Mai sollen die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden, so dass im Juni mit den Abbrucharbeiten begonnen werden kann. Über die Sommermonate sollen die Rohbauarbeiten erfolgen und im Winter die Technik eingebaut werden.

Die Folie soll dann im Frühjahr in die Becken eingebaut werden und ein Probelauf erfolgen. Die Fertigstellung der Außenanlage ist ebenfalls für Anfang nächsten Jahres geplant, so dass das Thermalsportbad im Mai/Juni 2021 wiedereröffnet wird.

Fast zwei Millionen Euro

Die Kosten belaufen sich auf rund 1,95 Millionen Euro. Die größten Brocken sind dabei die Badeplatte mit dem Becken für rund 675 000 Euro, die Badewassertechnik für rund 520 000 Euro sowie die Außenanlagen mit 166 000 Euro. Hinzu kommen 70 000 Euro für das Gebäude, 84 000 Euro für den Blitzschutz sowie rund 390 000 Euro für Baunebenkosten.

„Mit den zwei Millionen Euro werden wir ein hochattraktives Kinder- und Familien-Thermalsportbad bekommen“, sagte Bürgermeister Joachim Schuster und verwies auf die großen Freiflächen und den Schatten spendenden alten Baumbestand.

Man wolle nicht mit großen Bädern konkurrieren, ergänzte der Rathauschef. Er machte aber deutlich, dass das Bad wegen der hohen Sanierungskosten kurz vor der Schließung stand. Möglich wurde die Sanierung nur durch Zuschüsse in Höhe von einer Million Euro, darunter 700 000 Euro aus einem Bundesprogramm zur Bädersanierung und 300 000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum des Landes.

Vor dem Hintergrund, dass mittlerweile jedes zehnte Kind nicht Schwimmen könne, zeigte sich Schuster erfreut, dass das Bad erhalten werden kann. Zudem verwies er auf den Gesundheitsaspekt und die demografische Entwicklung. „Jeder Euro den wir in das Bad stecken, ist Gold wert“, sagte Schuster auch mit Blick auf den jährlichen Zuschussbedarf des Thermalsportbads von rund 500 000 Euro.

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