Neuenburg Eine Bühne für Gärten und Kunst

Alexander Anlicker
Bei der Vorstellung des Projekts „Kunsträume“ auf dem Landesgartenschau-Gelände am Rhein (v.l.): LGS-Geschäftsführer Nils Degen und Bürgermeister Joachim Schuster mit den Künstlern Hubert Vaxelaire, Barbara Schnetzler, Ania Dziezewska und Bernd Goering sowie Ulrich Feuerstein von der Sparkasse Markgräflerland. Foto: Alexander Anlicker

Neben der Gartenkunst bietet die Landesgartenschau (LGS) in Neuenburg auch der Bildenden Kunst eine Bühne. Zu den verschiedenen Kunstprojekten gehört auch die Ausstellung „Kunsträume“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Kunst und Kultur der Sparkasse Markgräflerland.

Von Alexander Anlicker

Neuenburg am Rhein. Die Kunstwerke werden vom 21. März bis 4. April auf dem LGS-Areal aufgebaut. In einem Pressegespräch stellten Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ulrich Feuerstein und die Freiburger Kunsthistorikerin Dr. Heike Piehler die Arbeiten der Künstler Ania Dziezewska, Barbara Schnetzler, Bernd Goering, Carl Walter „CW“ Loth, Hubert Vaxelaire, Hugo Mareille und Vincent Muller vor.

Stadt und Region

„Nur halb so viel wert“ wäre eine Landesgartenschau ohne Kultur und künstlerische Beteiligung, zeigte sich Bürgermeister Schuster überzeugt. Die Landesgartenschau präsentiere nicht nur die Stadt Neuenburg, sondern die Region. Der Rathauschef dankte der Sparkasse Markgräflerland mit ihrer Kunststiftung, dem Sparkassen- und Giroverband sowie dem Oberrheinrat für die finanzielle Unterstützung der Kunstprojekte.

Noch mehr Kunst

Schuster verwies auch auf das Kunstprojekt „Kunst geht grün“ mit weiteren zeitgenössischen Künstlern aus der Region. Herbert Maier, Dietreich Schön, Traute Ziegenfuß sowie Christel und Laura Lechner stellen Arbeiten in unterschiedlichen Formaten aus. Christel und Laura Lechner zeigen unter anderem auch in der Innenstadt ihre „Alltagsmenschen“ sowie einen „Schwimmer“ auf dem Wuhrloch.

Unterführungen

Schuster hob auch die Neugestaltung der Unterführungen unter der Westtangente und der Autobahn durch die Künstlerin Léonie von Roten hervor. Damit verfolge man die Idee, aus den Unterführungen eine Erlebniswelt zu machen und Ängste zu nehmen.

„Die Überlegenszeit, ob wir mitmachen, war nur der Bruchteil einer Sekunde“, erklärte Feuerstein für die Sparkasse und ihre Kunststiftung.

34 Bewerbungen

Die Auswahl der Künstler für die Ausstellung „Kunsträume“ habe die Jury bereits im vergangenen Juni einstimmig getroffen, erläuterte die Kunstsachverständige Piehler. Insgesamt hatten sich 34 Künstler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz beworben, von denen die Jury sechs Beiträge ausgewählt hat. Zuvor hatten mehr als 50 Künstler das Gelände in Augenschein genommen.

Die Kunstwerke

Eine markante Holzskulptur des Freiburger Künstlers CW Loth nimmt zwischen dem Spielplatz an der Rheinterrasse und dem Rheinufer Bezug auf die Rheinlandschaft und die Tradition der Schifffahrt.

Die in Basel und Mulhouse lebende Künstlerin Barbara Schnitzler greift mit ihrer Skulptur Belchendreieck die Beziehung von Schwarzwälder Belchen, Ballon d’Alsace und Belchenfluh im schweizerischen Jura auf.

Die Künstlerin Ania Dziezewska aus Weil am Rhein zeigt einen in der Phantasie entstandenen Hybrid. Die knallrote Installation wird zwischen den Bäumen im ehemaligen Rheinhafen hängen.

Für die Künstler Hugo Mairelle und Vincent Muller aus dem Elsass verbinden Masken handwerkliches Talent mit Spiritualität und Kreativität. Vor Ort werden sie eine Maske aus Naturmaterialien herstellen. Diese bildet eine Einheit mit acht Fotoprints (80 mal 120 Zentimeter), die südlich des ehemaligen Fähranlegers in den Bäumen aufgehängt werden.

In früheren Zeiten markierten aufeinandergeschichtete Rheinkiesel als „Rheinmarken“ den Fluss- und Grenzverlauf. Hier knüpft der Künstler Hubert Vaxelaire aus dem elsässischen Saint-Louis an. „Ich verwende, was der Rhein mir bietet: Kieselsteine, Schwemmholz, Felsblöcke aus durch Hochwasser abgetragener Altbebauung, Äste und anderes mehr.“

Der Lörracher Künstler Bernd Goering ist bereits in der Zähringerstadt präsent und hat den Brunnen auf dem Bahnhofsplatz gestaltet. Für die Gartenschau hat er einen Findling geteilt und mit polierten Innenflächen verschoben wieder zusammengesetzt.

Intuitiv verständlich

Alle Kunstwerke hätten gemeinsam, dass sie intuitiv verständlich seien, erklärte Piehler und ergänzte: „Die Gartenschaubesucher haben gar nicht die Zeit, sich in ein Kunstwerk zu vertiefen.“

Jeder der sechs Beiträge wurde übrigens mit jeweils 4000 Euro belohnt.

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