Neuenburg Jürgens, Mey, Grönemeyer und Co.

Die Trachtenkapelle Steinenstadt animierte die Zuhörer zum Mitsingen. Foto: Silke Hartenstein

Neuenburg-Steinenstadt - Marmor, Stein und Eisen bricht – doch die Wände der Baselstabhalle hielten dem ohrenbetäubenden Beifall stand. Mit ihrem Unterhaltungskonzert unter dem Motto „Deutsche Kult’Tour“ hatte die Trachtenkapelle Steinen­stadt ins Schwarze getroffen.

An diesem Samstagabend hatten auch die Musikerinnen ihr „kleines Schwarzes“ angelegt und präsentierten sich einmal nicht in Tracht, dafür in High Heels und mit Blumen im Haar.

„Heute wird mitgesungen und mitgegroovt“, verkündete Ansagerin Iris Jordan dem Publikum voll besetzten Halle und los ging der vergnügliche Streifzug durch 60 Jahre deutsche Musikgeschichte.

Auch wenn immer weniger Menschen die Melodien und Texte traditioneller deutscher Volkslieder kennen, ist die Lust am Singen dennoch ungebrochen. Und so sangen die Zuhörer vom jungen bis zum hohen Alter die Refrains deutscher Popsongs und Chansons mit, flogen im Geiste mit Reinhard Mey hoch „Über den Wolken“, forderten mit Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ und füllten die Halle bei Andreas Gabaliers „Hulapalu“ mit ihrem kraftvollen „Hodiodiohdidihodieh“. Mitsingen war an diesem Abend ausdrücklich erwünscht, und immer wieder drehte sich ein übers ganze Gesicht strahlender Dirigent Uwe Jordan hin zum Publikum, hob die Arme und lud alle ein zum Mitmachen.

Texte bekannter Lieder lagen aus

Für besonders beliebte Lieder wie Nenas „99 Luftballons“ lagen sogar die kompletten Liedtexte aus und wurden gut genutzt. Auch die Musiker, darunter viele junge Gesichter, hatten sichtlich ihren Spaß. Mühelos wechselten sie die Stilrichtungen beim Udo-Lindenberg-Medley, vom straff interpretierten Tango bei „Rudi Ratlos“ über das weich wogende „Hinter dem Horizont“ zum satten Dixieland von „Andrea Doria“.

Auch beim Potpourri von Herbert Grönemeyers größten Hits waren schnelle Wechsel angesagt. Da setzte das Trompetenregister knackig ein bei „Mensch“, im flotten Mambo-Rhythmus ging es auf die Suche nach einem Parkplatz und mit einem inspirierten Saxofonsolo zeigte Vorsitzender Andreas Scherrer bei „Flugzeuge im Bauch“ seine lyrische Seite.

Auch die beiden Drummer hatten viel zu tun an diesem Abend, etwa beim vorwärts treibenden „Dschingis Khan“ und dem kraftvollen „Moskau“.

Nebenbei erfuhr das Publikum viel über die Interpreten, ihre Zeit und Hintergründe, präsentiert von Ansagerin Iris Jordan. Sie hatte gründlich recherchiert und präsentierte sogar die Lösung des rätselhaften Begriffs „Hulapalu“. Wie sie erzählte, hätte Andreas Gabalier einmal eine Freundin nach Hause begleitet. Dort, an der Tür, hätte ihm diese freundlich, aber bestimmt gesagt: „Jo mei, Andy – so schnell san mer aber net mit dem Hulapalu“.

Von „Pur“ über Marius Müller Westernhagen bis zur Neuen Deutschen Welle ging es Hit auf Hit weiter, bis hinauf zu Hubert Kahs „Sternenhimmel“.

Zuletzt gab es Riesenbeifall, stehende Ovationen und, als Zugaben, Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sowie ein erneutes herzhaftes „Hulapalu“.

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