Neuenburg Kicker stiften Fridolinskerze

Der Fußball Club Neuenburg stiftete dieses Jahr die Fridolinskerze und brachte sie ins Bad Säckinger Münster, wo sie geweiht wurde. Unser Foto zeigt Dekan Peter Berg (zweiter von links) mit der FCN-Delegation des FCN (von links nach rechts) Berthold Mayer, Jugendleiter Bernd Lais und Raphael Saurer. Foto: Bianca Flier Foto: Weiler Zeitung

Neuenburg am Rhein (fl). Aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens hat der Fußball Club Neuenburg die Fridolinskerze gestiftet, die nach altem Brauch von Neuenburger Bürgern zum Jahrestag des Heiligen im Bad Säckinger Fridolinsmünster aufgestellt wird. Eine Delegation des Fußball Clubs brachte die Kerze am vergangenen Wochenende zu ihrem Bestimmungsort, wo sie von Dekan Peter Berg geweiht wurde.

Der Brauch der Kerzenstiftung geht zurück auf ein Gelübde der Neuenburger Bürgerschaft aus dem Jahr 1627. Wieder einmal bedrohte Vater Rhein, der den Neuenburgern nicht immer väterlich gesinnt war, die Stadt mit einem Hochwasser. Daraufhin beschlossen die Bürger, den Heiligen Fridolin zum Schutzpatron ihrer Stadt zu erheben, damit er sie künftig vor bedrohlichen Hochwassern behüten möge. Das war insofern außerordentlich, als die Neuenburger dazu nicht den Segen der Kirche einholten, sondern ihren Beschluss ohne Rücksprache mit der Geistlichkeit fällten. Warum die Bürger ihre Kirchenoberen solcherart düpierten – darüber kann nur spekuliert werden. Der Brauch, dem Heiligen Fridolin jedes Jahr eine Kerze zu stiften und ins Säckinger Münster zu bringen, hat sich dann jedenfalls bis zum Jahr 1704 erhalten. Als die Stadt im Mai dieses schicksalhaften Jahres jedoch im Zuge der Erbfolgekriege von den Soldaten Ludwigs XIV. in Schutt und Asche gelegt wurde und die Bürger für zehn Jahre nach Steinenstadt ins Exil gehen mussten, geriet der Brauch in Vergessenheit.

In den 1990-Jahren entdeckte der Stadtchronist und Ratschreiber Winfried Studer den Brauch in einer alten Chronik wieder und rief ihn erneut ins Leben. Seither wird jedes Jahr wieder eine Kerze von Vereinen, Privatpersonen oder Firmen gestiftet und feierlich im Fridolinsmünster geweiht. Sie wird stets am Sonntag nach dem Fridolinstag, der auf den 6. März fällt, zum ersten Mal angezündet.

Die Inschrift auf der diesjährigen Kerze lautet: „Dem heiligen Fridolin, Stadtpatron von Neuenburg am Rhein, Fußball Club Neuenburg am Rhein 1920  anlässlich 100 Jahre FCN.“ Sie soll nach dem Willen des Vereins ein Zeichen der Dankbarkeit für die hundertjährige Erfolgsgeschichte des Vereins darstellen.

Seit Stadtchronist Studer den Brauch wiederentdeckte, halten die Neuenburger mit Herzblut daran fest. Ohne dass sich die Stadtverwaltung darum kümmern muss, finden sich immer wieder Stifter, so dass eine Warteliste geführt werden muss. Und so wird auch künftig jedes Jahr eine Fridolinskerze im Bad Säckinger Münster leuchten.

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