Rheinfelden Aus dem Hinterhof raustreten

Frank Brauer sucht Mitstreiter für sein Kunst-Plattform-Projekt Foto: Petra Wunderle

Rheinfelden - Frank Brauer ist von Beruf Malermeister, aber auch Künstler. Jetzt hat er ein neues, großes Projekt vor Augen: Brauer will kreative Menschen in und um Rheinfelden zusammenbringen, um ihre Kunst gemeinsam der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Brauer von sich reden gemacht: Er sammelte Totholz und verarbeitete es zusammen mit alten Lampenschirmen zu imposanten Steh- und Hängelampen.

Grundlegender Gedanke hinter seiner neuen Idee ist nun, Menschen miteinander zu verbinden, um so eine gemeinnützige Plattform aufzubauen. Auf dieser sollen sich, wie Brauer es formuliert, „Hinterhofkünstler“ sich und ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können.

Da Kunst im Auge des Betrachters beziehungsweise des Künstlers liegt, ist das Spektrum sehr weitläufig. „Ich möchte alle dazu einladen, mutig mit ihren Projekten auf mich zuzukommen. Gemeinsam können wir dann ein passendes Konzept erstellen“, sagt Brauer. Er sei sich dabei bewusst, dass viele Kreative sich gar nicht als Künstler betrachteten. „Denn wo fängt Kunst an? Besteht die Kunst schon darin, sich seiner Kreativität bewusst zu werden?“, wirft er als Frage in den Raum.

Für viele Menschen sei das Kunstschaffen ein Hobby oder der Ausgleich zum täglichen Chaos und Stress des Alltags oder auch eine Möglichkeit, die innere Mitte zu finden, Ängste zu verarbeiten oder auszublenden. Dabei würden „Künstler“ oftmals einen großen Teil ihrer selbst Preis geben, ihre Gefühle und Emotionen.

Brauer geht davon aus, dass Kunst und Kultur als Ausgleich zum immer rasanteren Wandel des Lebens eine größere Rolle als bisher einnehmen dürften. Das digitale Zeitalter werde dabei eine wesentliche Rolle spielen, wagt der Künstler und Malermeister einen Blick in die Glaskugel.

Es geht ihm jetzt aber erst einmal darum, Gestalter beziehungsweise kreative Mitstreiter zu finden. Gemeinsam soll dann ein Konzept, eine Internetplattform erstellt werden. Im nächsten Schritt sieht Brauer die Möglichkeit einer Zwischennutzung von gewerblichen Leerständen in Rheinfelden. Einen möglichen Ansprechpartner dafür hat Brauer bereits im Visier.

Ähnliche Projekte gebe es schon in Deutschland, sagt er. Sein Wunsch: In Zukunft soll diese Art und Weise genau so normal sein wie Carsharing. „Die Städte werden wieder interessanter und somit mit Leben gefüllt. Wir sollten den Anspruch haben, das Bild unserer Stadt mitzugestalten. Hier bin ich Mensch, hier will ich sein“, laute die Devise.

Weitere Informationen: Kontakt über E-Mail an: kreawerk@gmx.de.

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