Von Silvia Waßmer

Rheinfelden. Im Vergleich zur gleichnamigen Schwesternstadt jenseits der Schweizer Grenze ist das badische Rheinfelden mit seinen Anfängen im 19. Jahrhundert noch eine junge Stadt. Eine Folge dieser zeitlich versetzten Entwicklung ist die Lage des Bahnhofes im Süden – und somit auf der falschen Seite der Stadt, die sich vor allem nach Norden ausdehnt.

Zudem trennt die Bahnlinie die beiden Bereiche, die innerstädtisch nur durch eine Verkehrsunterführung verknüpft werden. Die somit schlechte Anbindung des Bahnhofes an das Zentrum ist jedoch längst bekannt und wird als eine der Hauptaufgaben der Stadtsanierung im Masterplan gesehen. Nun soll ein Bauforum zu weiteren Lösungen für die Entwicklungsprobleme des Areals führen.

In Kooperation mit der IBA Basel soll dieses in der Zeit vom 21. bis 24. Oktober unter der Leitung von Isolde Britz von der Stadtbau Lörrach und Professor Michael Koch von „yellowz“ im Rathaus Rheinfelden durchgeführt werden. Es sollen dabei drei Expertenteams gebildet werden, die in den Bereichen Städtebau/ Architektur, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung nach konkreten Lösungen für die Problematik suchen. In diesen Prozess sollen auch die betroffenen Grundeigentümer – mit ihnen führt die Stadtverwaltung ein Informationsgespräch am ersten Juli durch – sowie die interessierte Öffentlichkeit miteinbezogen werden. Ebenso werden sich aus jeder Fraktion des Gemeinderates, die durchweg die Idee des Bauforums begrüßten, zwei Mitglieder an den Arbeitsgruppen beteiligen.

„Gute Standortqualität“

„Ich bin froh, dass wir ein Konzept gefunden haben“, erklärte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt im Bau- und Umweltausschuss, der die Durchführung des Bauforums, dessen Kosten mit 80 000 Euro veranschlagt werden, einstimmig billigte. Britz hatte zuvor dargelegt, dass dieses Vorgehen im Vergleich zu einem klassischen Planungswettbewerb die bessere Wahl sei, da „komplexe, grundstücksübergreifende Zusammenhänge“ bestünden.

Der angekündigte Verkauf des Rheinfelder Bahnhofsgebäudes durch die Deutsche Bahn könnte dabei weitere Chancen eröffnen und den Ausbau des Bahnhofs zu einem attraktiven Mobilitätszentrum voranbringen, was auch das Ziel des IBA-Projekts „Vision Bahnhof Rheinfelden Baden 2022“ ist. Ob dabei das Gebäude allerdings erhalten bleibt, ist offen. Eberhardt bezeichnete es von der Gebäudequalität her jedenfalls als „nicht so prickelnd“. Gleichzeitig betonte er: „Der Bahnhof in Rheinfelden hat eine sehr gute Standortqualität.“