Rheinfelden Bald fließt der Sonnenstrom

Die Oberbadische
Ortsvorsteherin Sabine Hartmann-Müller brachte aus Herten eine gebackene Sonne mit über die sich (von links) Klaus Eberhardt, Ulrich Hoehler, Peter Schalajda, Genossenschaft Bürgerwindrad Blauen, Willi Mangold, Hochrheinsolar, und Alexander Sladek, Elektirzitätswerke Schönau, Vornrechts Projektleir Dr. Josef Pesch freuten. Foto: Rolf Reißmann Foto: Die Oberbadische

Einweihung: Solarpark Herten ist die größte Anlage im Kreis

Rheinfelden-Herten (rr). Der Solarpark auf der einstigen Deponie in Herten kann ans Netz gehen. Termingerecht wurde die Anlage bis zum 31. Dezember vorigen Jahres fertiggestellt. Nun fehlen noch einige Transformatoren, die hinter der Anlage installiert werden, um den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen.

Nirgendwo sonst im Kreis steht eine solch große Fläche in öffentlichem Besitz für diesen Zweck zur Verfügung. Ulrich Hoehler, Erster Landesbeamter im Landratsamt, fand noch einen weiteren Grund: „Es hätte kaum eine andere Nutzung auf dem belasteten Untergrund geben können. Deshalb ist das hier die optimale Lösung für das Gelände: umweltschützend und wertschöpfend.“

Rückblick auf die Deponiegeschichte

Sabine Hartmann-Müller, Ortsvorsteherin in Herten, erinnerte an den langen Weg bis zur heutigen Solaranlage. 1969 war die Deponie eröffnet worden, ab 1975 betrieb sie der Landkreis. 1985 wurde wegen ungeklärter Belastungen von den Grünen die Stilllegung beantragt, ein Jahr später wurde die Ablagerung eingestellt und die Müllgrube geschlossen. Als dann Anfang der 90er Jahre nochmals dioxinbelastete Erde aus dem Stadtgebiet dort abgelagert wurde, protestierten die Hertener Einwohner. Eine Umspundung der Deponie hätte damals 15 bis 18 Millionen Mark gekostet. Stattdessen begann die sichere Abdeckung, die in den drei vergangenen Jahren mit Schotter, einer dicken Dichtungsfolie und Mutterboden abgeschlossen wurde.

Die Idee der Bürgergenossenschaft Hochrheinsolar war von allen Seiten gern aufgenommen worden. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt lobte das sehr zügige Planungsverfahren, nur sieben Monate habe es gedauert. „Dieser Solarpark ist ein Quantensprung bei der umweltfreundlichen Energiegewinnung“, bekräftigte er. Für die noch junge Genossenschaft Bürgersolar sei dies die Krönung ihres bisherigen Wirkens.

Partner gesucht wegen Investitionssumme

Da die Investitionssumme von 2,5 Millionen Euro allein nicht zu stemmen war, suchte die Genossenschaft Hochrheinsolar Partner und fand sie in der Genossenschaft Bürgerwindrad Blauen und den Elektrizitätswerken Schönau. Alle drei Genossenschaften teilten sich die Kosten auf und werden nun auch die Erlöse gemeinsam erzielen. Alle drei Genossenschaften sehen dieses Projekt als Basis für weitere gemeinsame Vorhaben.

Die mehr als 11 300 Solarmodule erreichen eine elektrische Leistung von drei Megawatt. Mit der gewonnenen Strommenge lassen sich etwa 750 Haushalte durchschnittlicher Größe versorgen. Als besonderer Vorteil gilt, dass die hier erzeugte Elektrizität unmittelbar in die am Rand des Geländes vorbeiführende Freileitung von Energiedienst eingespeist werden kann.

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