Rheinfelden Beschwingter Start ins neue Jahr

Walzerselig begann in Rheinfelden das neue Jahr mit Musik der Strauß-Dynastie beim Gastspiel der Jungen Philharmonie der Ukraine Lemberg und der Solistin des Abends, Luydmyla Ostash. Foto: Jürgen Scharf

Rheinfelden - Das Neujahrskonzert der Jungen Philharmonie der Ukraine im gut gefüllten Bürgersaal traf den richtigen Ton beschwingter Unterhaltung. Zum fünften Mal waren die Lemberger zu Gast, bereits eine Rheinfelder Tradition, wie Bürgermeisterin Diana Stöcker anmerkte.

Im traditionellen Strauß-Block gefiel eine kleine Hommage an die damals schon gut eingeführte Eisenbahn: „Mit Dampf“, eine Schnellpolka von Eduard Strauß. Nicht nur die Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß, eine der beiden Zugaben, war funkensprühend, diese Hommage an das „Dampfross“, die mit Volldampf und Trillerpfeife los legte, genauso.

Eduard Strauß, der Bruder von Johann Strauß (Sohn), taucht in Konzerten der Strauß-Dynastie selten auf, seine über 300 Märsche und Tänze harren der Wiederentdeckung. Da freut es einen, dass der Dirigent der Jungen Philharmonie aus der ehemaligen habsburgischen Kulturmetropole Lemberg, Volodymyr Syvokhip, dieses Eisenbahnstück ins Repertoire genommen hat.

Es gäbe von Johann Strauß (Polka „Vergnügungszug“), dem Radetzky-Marsch-Erfinder Johann Strauß Vater („Eisenbahn Lust Walzer“) sowie von Eduard Strauß selber noch Ähnliches an Eisenbahn-Huldigungen, die Polka français „Reiselust“ etwa oder den Galopp „Bahn frei!“. Aber die können ja in einem der nächsten Rheinfelder Neujahrskonzerte auftauchen...

Diesmal waren es die „Tritsch Tratsch“-Polka und die beiden großen Walzer „Sphärenklänge“ und „Frühlingsstimmen“, die dieses mit jungen Kräften und vielen Musikerinnen besetzte Orchester mit gutem Gespür für die Musik der Wiener „Sträuße“ aufs Programm setzte. Natürlich dürfte, wenn man die berühmten Philharmoniker-Vorbilder aus Wien im Ohr hat, in einzelnen Orchesterstimmen noch mehr Champagner perlen, aber alles klang schwungvoll und einige Stimmführer waren bestens aufgestellt, so die Piccoloflöte und das in Franz von Suppés „Leichter Kavallerie“ sauber intonierende Blech.

Wieder war eine Sängerin dabei, eine junge Sopranistin aus dem Solistenensemble des Staatsopernhauses Lemberg, mit beliebten Arien des Opernrepertoires, darunter zwei der populärsten Puccini-Arien überhaupt. Mit ihrer agilen, präzise geführten Stimme gefiel Luydmyla Ostash in der Arie der Donna Elvira aus Mozarts „Don Giovanni“ durch Intensität, Dramatik und starke Persönlichkeit. Rührende Schwermut verlieh sie der Lauretta aus „Gianni Schicchi“, zu Herzen gehend war ihre „Madame Butterfly“.

Im zweiten Teil offerierte sie in einem mit viel „Ahhs!“ im Publikum kommentierten rötlich-goldenen Paillettenkleid Operettenchampagner eines Spitzenjahrgangs: Von Offenbach, dem Pariser Meister des Witzes und der Leichtigkeit, eine Arie aus dessen Oper „Hoffmanns Erzählungen“, und vom „Verdi der Operette“, Johann Strauß, den berühmten Csardas „Klänge der Heimat“, mit dem Rosalinde in der „Fledermaus“ betört. Nicht ganz akzentfrei, aber mit schönen Koloraturen und glasklaren Spitzentönen, wofür sich die Sängerin in verdienten „Bravo!“-Rufen sonnen durfte.

Entgegengekommen sind dem Orchestertemperament vier Ungarische Tänze von Brahms und der traditionelle Selbstläufer, der Radetzky-Marsch, mit persönlichem rhythmischem Einsatz (sprich: Klatschen) des Publikums.

Durchs Programm führte Georg Mais, Initiator und Organisator der Rheinfelder Meisterkonzerte, der die Ukrainer schon selber dirigiert hat, und der mit charmanten Worten das Publikum verpflichtete, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Und was könnte es Schöneres geben als das Neue Jahr „Ohne Sorgen“ zu begrüßen – und sei es auch nur in der gleichnamigen Schnellpolka des Walzerkönigs, mit launigen „Ha, ha, ha“-Einlagen der Musiker!

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