Rheinfelden Er ist ein Pionier der Orthopädie

Hans Rudolf Henche, langjähriger Chefarzt in Rheinfelden, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Foto: Gottfried Driesch

Rheinfelden/Lörrach -  Hans Rudolf Henche war 28 Jahre lang Chefarzt der orthopädischen Abteilung der Kreisklinik Rheinfelden. In dieser Zeit machte er die Orthopädie in Rheinfelden zu einem in ganz Europa bekannten Zentrum. Heute vollendet er sein 80. Lebensjahr. Der Jubilar leistete Pionierarbeit im Bereich der noch jungen Wissenschaft der Arthroskopie. Damit kann man mikroinvasiv in Gelenke schauen und so deren Zustand beurteilen und Behandlungen durchführen.

Geboren wurde der Jubilar im hessischen Neu-Isenburg . Dort wuchs er auch auf und legte das Abitur ab. Das Studium der Humanmedizin absolvierte er in Tübingen, München, Kiel, Wien und Frankfurt. In Frankfurt bekam er 1966 sein Arztdiplom und promovierte danach mit der Bestnote „summa cum laude“.

Seine ersten Jahre als Arzt verbrachte er in Frankfurt und Bad Säckingen. Eine spezielle Operationstechnik, das Verschrauben von gebrochenen Knochen mit Platten, die damals nur in der Schweiz praktiziert wurde, lockte den jungen Mediziner nach Südbaden. Aber eine Stelle in der Schweiz war zunächst nicht zu finden. Praktisch über Nacht erhielt der Jubilar einen Ruf als Oberarzt an die Uniklinik Basel. Bald befasste er sich mit den neuen Techniken der Arthroskopie. „Ich hatte dort hervorragende Lehrmeister, die mich stark gefördert haben“, erzählte der Jubilar. In den Folgejahren arbeitete er an der Habilitierung an der Universität Basel. 1995 wurde Henche zum Professor ernannt.

1977 wurde er als Chefarzt an das Kreiskrankenhaus Rheinfelden berufen. „Als ich anfing gab es in der Orthopädie zehn Betten. Als ich 2005 in Pension ging waren es 110“, erinnerte sich der Jubilar. Zahlreiche Fachkollegen aus dem In- und Ausland kamen nach Rheinfelden, um bei Henche zu lernen. Dutzende Fachartikel und Bücher hat er verfasst. Patienten kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Afrika, Asien und Osteuropa nach Rheinfelden. Zahlreiche namhafte Leistungssportler suchten Rat und Hilfe bei Hans Rudolf Henche.

Neben seinen Aufgaben in Rheinfelden besaß der Jubilar auch ein großes soziales Engagement. In Zusammenarbeit mit der Entwicklungshilfe und dem Rotary-Club operierte er während seines Urlaubs in Afrika, Asien und Osteuropa. Dabei schulte er auch viele Kollegen. „Das war ein Geben und Nehmen. Denn auch ich habe bei diesen Auslandseinsätzen sehr viel gelernt“, so Henche. Nicht zuletzt für sein soziales Engagement erhielt der Jubilar 2005 das Bundesverdienstkreuz. Seit drei Jahren wohnt Henche in Lörrach.

In seiner ersten Ehe (1967 bis 1984) wurden ihm zwei Kinder geboren. Die zweite Ehefrau brachte vier Kinder mit in die Ehe. Zusammengerechnet gehören heute 15 Enkelkinder dazu.

Henche ist heute noch ärztlicher Schulleiter und einer der geschäftsführenden Gesellschafter der gemeinnützigen Physiotherapieschule Bad Säckingen.

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