Rheinfelden Eröffnung erfolgt „scheibchenweise“

Von außen sieht das Hochrheincenter II schon fast fertig ausFoto: Ulf Körbs Foto: Die Oberbadische

Die ersten Geschäfte sind bereits eingezogen, doch die Eröffnung erfolgt nur schrittweise: das Hochrheincenter II (HRC II) an der Kapuzinerstraße.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. Investor Rolf W. Brugger spricht von einem „sehr komplexen“ Projekt. So sei der Brandschutz für die einzelnen Gebäudeteile vollkommen unterschiedlich und die TÜV-Abnahmen ebenfalls kompliziert.

Aber nicht nur das hat den Zeitplan der Fertigstellung –­ eigentlich war sie für Mitte August geplant – verzögert, sondern auch die Corona-Pandemie: „Es gab Personalprobleme und Lieferschwierigkeiten.“ Zwar arbeitet Brugger mit ortsansässigen Firmen, doch die hatten Subunternehmer mit teilweise polnischen Mitarbeitern eingesetzt. Und als Beispiel für verzögerte Materiallieferungen nennt Brugger italienische Fließen.

Kapuzinerstraße als Fußgängerzone

Überhaupt nennt der geschäftsführende Gesellschafter der Hochrhein Invest den Bauablauf „ziemlich kompliziert“. Da waren die zähen Verhandlungen wegen Unterbaurechte für die Tiefgarage mit 115 privaten und öffentlichen Stellplätzen, die teilweise unter Anrainerhäusern liegen. Auch die Seidenwebergasse muss um zwei Meter verbreitert wegen der Verkehrsführung werden. Dafür brauchte es Grundstücksverhandlungen und Entschädigungsleistungen an die Anlieger. Alle diese Vorbereitungen schlugen mit fünf Jahren zu Buche, wie Brugger vorrechnet. Dabei ergänzt er: „Jetzt wünsche ich mir, dass die Stadt auch die Planung umsetzt und die Kapuzinerstraße in eine Fußgängerzone umwandelt. „Das würde Rheinfelden gut tun“, ist er überzeugt. Das HRC II hatte er übrigens schon im Blick, als er das ehemalige Kaufhaus Blum für rund 16 Millionen Euro zum Hochrheincenter I umbaute.

Es gibt aber auch positive Aspekte – die Wohnungen, die alle schon vergeben sind. „Bei der Übergabe haben wir nur Lob gehört für den Zuschnitt, die Lage und die Ausstattung.“ Aber auch das siebenstöckige Gebäude in Terrassenbauweise selbst kommt laut Investor gut an: „Die Leute bestaunen den Bau und empfinden ihn als schön.“

2000 Quadratmeter neue Gewerbefläche

Nach endgültiger Fertigstellung stehen auf zwei Etagen rund 2000 Quadratmeter neue Gewerbefläche zur Verfügung. Hier ziehen bereits die ersten Betreiber ein: Pro Optik wird hier wieder eine Filiale wie in den Jahren zwischen 2012 bis 2018 betreiben. Müller-Markt hat bereits seine Verkaufsfläche um ungefähr 600 Quadratmeter erweitert.

Und die Volksbank (VoBa) Rhein-Wehra verlegte ihre Geschäftsstelle von der Friedrich- an die Kapuzinerstraße. Sie hat übrigens die Tiefgarage gekauft und an eine Betreiberfirma verpachtet. Das ursprüngliche VoBa-Haus an der Friedrichstraße steht zum Verkauf.

Auch der Bekleidungsdiscounter NKD kehrt an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Medizinisches Zentrum mit 400 Quadratmetern

Zudem entsteht ein 400 Quadratmeter großes medizinisches Zentrum. Hier wird Tibor Bojtie die beiden Praxen, die bislang an der Karl-Fürstenberg-Straße und am Therese-Herzog-Weg zusammenführen. Das bewertet Brugger als „ausgesprochen positiv für die Stadt“, in der die medizinische Versorgung in der jüngeren Vergangenheit ein heftig diskutiertes Thema war.

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