Rheinfelden Für das Berufsimage kämpfen

Die Oberbadische
57 Absolventen der Theresia-Scherer-Schule haben ihr Abschlusszeugnis in der Tasche. Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden-Herten. Über Ihr erfolgreich abgeschlossenes Examen können sich jetzt 57 Absolventen der Theresia-Scherer-Schule freuen. Die neuen Fachkräfte der Heilerziehungspflege, Altenpflege und Altenpflegehilfe erhielten in der vollbesetzten Halle des St. Josefshauses im Rahmen einer stimmungsvollen Examensfeier ihre Abschlusszeugnisse. Für Birgit Ackermann, Mitglied im Vorstand des St. Josefshauses, war „ein Grund zu feiern, weil viele gut ausgebildete Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt der Behinderten- und Altenhilfe strömen.“

Schulleiterin Gabriele Quay begrüßte die Gäste, darunter wieder viele Einrichtungsleiter aus Südbaden und der Schweiz, die ihre Nachwuchskräfte an der Theresia-Scherer-Schule ausbilden lassen. In ihrer Begrüßungsrede ging sie auf die Klischees ein, die das Image der Pflege zurzeit in der Öffentlichkeit bestimmen. Quay stellte eine Beschreibung folgender Arbeitsbedingungen in den Raum: „Ein schwieriges anspruchsvolles Klientel, lange Dienstzeiten, im Verhältnis zur Leistung schlechte Bezahlung, schwierige räumliche Bedingungen, schlechte Luft, körperlich anstrengend, starre Hierarchien, enge Dienstvorgaben.“ Das seien jedoch keine Eigenschaften, die in der Diskussion um die Pflegeberufe gefallen seien, so Quay, sondern würden einem Beruf zugeschrieben, der in der Öffentlichkeit ein weitaus besseres Image habe – dem Flugbegleiter. Wie kommt es aber, fragte sie rhetorisch, dass der eine Beruf ein so gutes Image habe und der andere nicht?

Die neuen Pflegefachkräfte sollten für das Ansehen ihres Berufes kämpfen, riet Gabriele Quay den Absolventen. Denn „ihr Beruf hilft Menschen ihre Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, ihnen eine Stimme zu geben und sie in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zu unterstützen“ - so stände es auch im Bericht der Enquetekommision Baden-Württemberg.

Für den Schulträger St. Josefshaus gratulierte Birgit Ackermann den Absolventen: „Und herzlichen Dank, dass Sie sich für diese gesellschaftlich wichtigen Berufe entschieden haben.“ Das Vorstandsmitglied machte deutlich, dass heute zu einem gelingenden Berufsstart im Pflegebereich nicht mehr nur fachliches Wissen gehörte, sondern nicht weniger bedeutend Fähigkeiten wie Prioritätensetzung, Entscheidungsfreude, Belastbarkeit, Lernfreude und Lernbereitschaft seien, sowie der aufmerksame Blick für den Menschen. „Gerade Letzterer sollte im Rahmen einer Ausbildung sowie im weiteren Berufsleben nicht verloren gehen“.

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