Rheinfelden Gut gelauntes Gesangsspektakel

„005 – im Dienste ihrer Mayonaise“: „Die Füenf“ in Rheinfelden. Foto: Gerd Lustig

Rheinfelden - Die Instrumente stellen sie locker in den Schatten. Kein Wunder, haben sie diese doch erst gar nicht mitgebracht, sondern kommen als a-cappella-Truppe daher. Sie, das sind „Die ­Füenf“, die allein mit ihren Stimmen für Stimmung, Stimmungen, Gestimmtes und Ungestimmtes sorgen.

Seit gut 23 Jahre tourt die etwas andere Boygroup aus dem Stuttgarter Raum durchs Land, zehn CDs sind inzwischen in der Machart „Musik-Comedy“ entstanden. Am Donnerstagabend waren Christian Langer (Justice), Jens Heckermann (Pelvis), Patrick Bopp (Memphis), Kai Podack (Little Joe) und Francesco Cagnetta (Dottore Basso) erstmals in der Reihe „Kabarett im Bürgersaal“ in Rheinfelden zu Gast. Und siehe da, der Ruf war ihnen weit voraus geeilt, denn so viele Besucher, darunter auch viele Jüngere, hat Rheinfeldens gute Stube an einem Kabarettabend schon lange nicht mehr gesehen.

Die Lizenz zum Blödeln haben sie sich ja schon lange ersungen. Folgerichtig war jetzt auch mal der smarte Geheimagent James Bond fällig. „005 – im Dienste ihrer Mayonnaise“ heißt das mittlerweile zehnte Programm, das sie jetzt – neben ein paar Klassikern aus der Vergangenheit – präsentierten. Unter dem Motto „Sing und Unsing“ mischten sie die Schlagerszene mit selbstgereimten Versen ordentlich auf, verballhornten hier, frotzelten dort und ließen ansonsten den Sprech- und Chorgesang mit stets ironischem Sangesblick hochleben.

Mainstream – igitt – Monotonie – oh Gott – Biedermann – oh, Mann oh Mann: Davon handelt ihr rund 90-minütiges gut gelauntes Gesangsspektakel. In ihrem Programm kämpfen die fünf a-cappella-Musiker und Kabarettisten gegen die Monotonie und feiern den tagtäglichen Irrsinn zwischen den Zeilen der Vernunft. Einmal mehr wagen sie es dabei, sich dem Einerlei mit Sing und Unsing wacker in den Weg zu stellen und mit geballter Sangeskraft dagegenzurudern – dies indes nicht mit dem für die Comedy nötigen Augenzwinkern. Wie sagen sie so schön selbst: „Unser Tun ist jux-gefährlich, uninstrumental und scherzgewaltig – und das in gereimter Mission.“

Überaus köstlich geraten an diesem Abend die Nummern „Sag doch was“ oder auch die jährliche Sommerhit-Manie in spanischer Sprache. „Alles, was es braucht, ist Rhythmus, einfache Melodien und eine leicht erotische Sprache“, verkündet Memphis. Und schon textet er aufs Geradewohl „Aeroporto, aeroporto – aeroporto – securitas“. Später macht dann der ganze Saal mehr oder freiwillig mit.

Sonst noch Fragen? „Na klar: Wie soll ich’s sagen, was ich zu sagen hab’“, formuliert Pelvis. „Da sagst du was“, kontert Justice. Was letztlich nach längerem geblödelten Schlagabtausch zur Quintessenz aus purem Nonsens von Little Joe führt: „Dann sag ich lieber nix dazu.“

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