Rheinfelden Handwerk von seiner schönsten Seite

Der Schmied Franz Schitterer zeigte interessierten Gästen gerne sein Handwerk. Foto: Petra Wunderle Foto: Die Oberbadische

Rheinfelden (pem). Ein fröhliches, uriges Fest mit zahlreichen Gästen feierte die Schmiedezunft Nollingen. Gemütlich war es in und um die neue Schmiede, und Frohsinn war Trumpf bei dieser jüngsten Auflage – und das trotz des diesmal abgespeckten Unterhaltungsprogramms.

Die Nollinger, Eichsler, Degerfelder, Hertener, Wyhlener und Rheinfelder erschienen, manche per Drahtesel oder mit dem Traktor. Das mit dem Traktor hatte nämlich seinen Grund: Die Schlepperfreunde Wiesental/Dinkelberg Sektion Hochrhein gestalteten mir ihren Nutzfahrzeugen eine kleine Traktorenausstellung. Rund zehn Bulldogs gab es zu begutachten, sehr zur Freude der ganz jungen Festbesucher, denn diese durften probesitzen.

Der Andrang beim Schmiedefest – insbesondere um die Mittagszeit – war beachtlich, obwohl diesmal weder Musik noch Tanz und Gesang angesagt waren.

Dass das Schmiedefest für Brauchtum und Tradition steht, ist selbstverständlich. So war es für Markus Dreyer, Vizevorsitzender der Nollinger Schmiedezunft, und Schmied Franz Schitterer selbstverständlich, den Gästen das alte Handwerk zu demonstrieren. „Wir wollen der Bevölkerung zeigen, wie früher gearbeitet wurde. Der Schmied hat einst hauptsächlich die hölzernen Räder bereift und Alltagsgegenstände wie Türhaken, Kerzenständer oder Hufeisen gefertigt“, weiß Franz Schitterer.

Allerdings war um 1955 die Schmiede-Zeit vorbei. „Man brauchte den Handwerker Schmied nicht mehr. Das Zeitalter der Traktoren brach an, und aus dem Beruf des Schmiedes wurde der Landmaschinenmechaniker“, so Schitterer. Der heute 74-Jährige hat dann vom Schmied zum Maschinenmeister umgeschult, aber seinen einstigen Beruf als Hobby stets weitergepflegt.

Zusammen mit seinen „Schmiede-Kollegen“ Markus Dreyer, Axel Becker und Bernd Senger werden Schmiede-Kurse in der neu errichteten Schmiede in Nollingen angeboten. Insgesamt sind es vier Kurse übers Jahr verteilt, und das Kursangebot erfreut sich sehr großer Beliebtheit. So sind in diesem Jahr alle Kurse voll belegt, Kurs Nummer eins im Jahr 2015 ist bereits ausgebucht.

Beim jüngsten Schmiedefest gab es „Kostproben“ des alten Handwerks zu sehen. Der große „Schmiedi“-Raum ist fast fertig, einzig ein paar Restaurationen, wie zum Beispiel an der Drehbank, müssen noch abgeschlossen werden. Zudem gilt es, das Materiallager zu verschönern. Die obere Etage – über eine Außentreppe zu erreichen – ist seit über einem Jahr fertig und wird von den Mitgliedern gerne als Stammtischtreffpunkt genutzt. Beim Schmiede-Fest diente sie als Kaffeestube.

Etwa 40 Frauen und Männer des Nollinger Schmiedevereins sowie treue Anhänger kümmerten sich aufmerksam um ihre Gäste und hatten alle Hände voll zu tun. Insgesamt zählt der Traditionsverein über 80 Mitglieder. Markus Dreyer würde sich jedoch freuen, wenn ein paar junge Leute dazustößen würden.

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